Die gegen Schluß der Vorwoche eingetretene kräftige Kurserholung am Aktienmarkt gilt in den Augen der meisten Experten zwar nur als Zwischenphase und nicht als Beginn eines, nachhaltigen Wiederanstiegs der Kurse; sie war aber psychologisch wichtig. Denn dadurch wurde eine Bresche in den sich immer mehr verstärkenden Pessimismus geschlagen. Die Rückkehr zur Kursstabilität ist ausländischen Anlegern zu verdanken. Ob hinter den aus der Schweiz und London kommenden Kaufaufträgen auch Japaner standen, ist zwar nicht klar erwiesen. Dafür spricht aber vieles. Trifft es zu, daß die Japaner einen Teil ihrer Dollaranlagen liquidieren und sich nunmehr stärker in Richtung Europa orientieren, besteht die Chance, daß nunmehr auch die Hartwährungsbörsen eine neue Chance bekommen.

Die bessere Börsenstimmung kam auch den Veba-Aktien zugute. Zwar realisierte ein Teil jener Zeichner, die bei der Restprivatisierung zum Kurs von 250 Mark zum Zuge gekommen waren, den aufgelaufenen Gewinn. Aber bisher gibt es genügend Interessenten, die Veba-Aktien auch noch zu höheren Kursen als „aussichtsreich“ betrachten.

Nicht ganz so glatt verläuft bisher die Placierung der jungen Aktien der Aachen- und Münchener Beteiligungs-AG (AMB). Das ist bei einem Ausgabekurs von 760 Mark verständlich. Viele private AMB-Aktionäre sehen sich offensichtlich nicht in der Lage, die ihnen aus dem Bezugsrecht zustehenden Papiere zu übernehmen. Der Wert des Bezugsrechtes schwankte in den ersten Handelstagen zwischen 50 und 80 Mark. Für Spekulanten ist das ein heißes Eisen. K. W.