Die größte Industrieschau der Welt sorgt derzeit für internationales Aufsehen. Im Vorfeld der Hannover-Messe dämpfte allerdings das Statistische Bundesamt die Stimmung: Die Aufträge für die bundesdeutsche Investitionsgüterindustrie hätten im Januar das Vorjahresniveau um 9,4 Prozent unterschritten, hieß es. Maßgeblich für die zurückhaltenden Bestellungen sei die schwache Auslandsnachfrage. Nach den Zahlen der Wiesbadener Statistiker lag auch die Produktionsleistung unter Vorjahresstand – um 5,8 Prozent.

Bei den Zwangsversteigerungen scheint die Spitze gebrochen zu sein. Das vermuten zumindest die deutschen Hypothekenbanken, weil die Schar säumiger Schuldner zusehends kleiner wird. Deren Zinsrückstände gelten nämlich als sichere Vorboten für anstehende Zwangsversteigerungen bei Immobilien. Die Zahl der Zwangsversteigerungsverfahren wird allerdings im vergangenen Jahr nochmals gestiegen sein, nachdem die Gerichte 1985 bereits 66 048 gemeldet hatten.

Der Frühling setzt sich zwar nur zögerlich durch, dennoch sprechen Arbeitsmarktexperten von einem deutlichen Rückgang der Erwerbslosenzahlen aus jahreszeitlichen Gründen. In den vergangenen drei Jahren registrierten die Arbeitsämter im März durchweg hundert- bis hundertfünzigtausend Erwerbslose weniger als im Vormonat.

Bundesbürger tranken im vergangenen Jahr mehr als jemals zuvor. Rein statistisch gesehen verbrauchten sie pro Kopf etwa 630 Liter Getränke, zwanzig mehr als noch 1985. Deutlich zulegen konnten dabei Fruchtsäfte und Sprudel mit jeweils zehn Prozent. Wein, Spirituosen, Tee und Milch nahmen hingegen an dem Aufschwung nicht teil. Der Weinverbrauch ging angesichts der Flüssigzucker- und Glykolskandale um 2,5 Liter zurück, Antialkoholkampagnen bescherten der Spirituosenindustrie schwere Zeiten, und die Molkereien hatten ihre Probleme mit strahlenverseuchter Milch. kah