Was die Stromverbraucher im Norden und Süden der Republik als hehres Opfer für die Kohle empfinden werden, reicht in Wahrheit nicht aus. Denn mit der Erhöhung der Ausgleichsabgabe auf den Strompreis – besser als „Kohlepfennig“ bekannt – um die jetzt geplanten 7,5 Prozent ist es nicht getan. Mit dem Geld, das dabei zusammenkommt, läßt sich die Differenz zwischen dem Preis der Kohle und dem des schweren Heizöls nicht überbrücken. Darauf aber haben die Elektrizitätswerke einen verbrieften Anspruch.

Fachleute sind sich einig, daß der Satz auf zwölf bis dreizehn Prozent angehoben werden müßte – dies allerdings auch, um Schulden aus der Vergangenheit zu begleichen. Denn mit Rücksicht auf die Bundestagswahl hatte die Bonner Koalition das schon im vergangenen Jahr anstehende Problem vertagt. Deshalb brennt es jetzt um so mehr auf den Nägeln.

Nun soll die Differenz zwischen Bedarf und Aufkommen durch Kredit überbrückt werden – der Berg wird immer höher. Und mancher mag hoffen, daß er eines Tages nicht mehr abzutragen sein wird. Dann blüht der Weizen derer, die den Jahrhundertvertrag zwischen Bergbau und Elektrizitätswirtschaft lieber heute als morgen aufheben oder zumindest ändern möchten. hgk