Im März machten alle drei Mannschaften kräftige Gewinne

Von Reinhold Rombach

Ziel jedes Wertpapierexperten ist es, mit den von ihm empfohlenen Aktien über dem Durchschnitt liegende Kursgewinne zu erzielen. Das haben die Akteure der Zeit-Börse im März bestens geschafft. Obschon der degab-Index seit Jahresbeginn trotz der festen Kursentwicklung der vergangenen Woche immer noch ein Minus von 6,72 Prozent aufweist, erhöhten alle beteiligten Institute das Januar-Anfangskapital von 100 000 Mark deutlich.

Allen voran stehen bei der Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) nunmehr 128 643 Mark zu Buche, die alleine durch den atemberaubenden Kursgewinn von 45 218 Mark oder 115,25 Prozent mit der kanadischen Goldminenaktie Aur Resources erzielt wurden. Wertpapierchef Eberhardt Unger und sein Rohstoffteam investierten vor sechs Wochen mit dem richtigen Gespür für die Preisentwicklung bei Edelmetallen 39 235 Mark in diesen Wert bei einem Stückpreis von 6,50 kanadischen Dollar. Unger möchte die Aktie auch beim jetzigen Kurs von 13,75 kanadischen Dollar (19,20 Mark) im Bestand lassen, hält er doch in Übereinstimmung mit James W. Gill, Präsident von Aur Resources, ein Kursziel von 24 kanadischen Dollar bis 1989 für erreichbar.

Obwohl die Aktien der Kamp-Haus auch weiterhin eine gute Kurschance von 15 bis 20 Prozent aufweisen, tauschten die BfG-Analysten am 27. März diesen Wert – unter Inkaufnahme eines Verlustes von 3 645 Mark – in 51 Aktien der Aachener und Münchener Beteiligungs-AG (AMB) zum Preis von 900 Mark je Stück. In der vergangenen Woche wurde die Kapitalerhöhung der AMB von immerhin 1,34 Milliarden Mark zum Erwerb der Bank für Gemeinwirtschaft abgewickelt. Das ging wohl nicht ganz ohne Probleme, denn der Preis des Bezugsrechts für neue Aktien fiel an der Börse fast fünfzig Mark unter seinen rechnerischen Wert. Offenbar zeigten manche Altaktionäre wenig Neigung, bei der Kapitalerhöhung mitzuziehen. Die Colonia Versicherungsgruppe, bisher mit 7,5 Prozent an der AMB beteiligt, verkaufte beispielsweise annähernd die Hälfte der ihr zustehenden Bezugsrechte.

Durch den Kauf der Bank für Gemeinwirtschaft befindet sich die AMB auf geradem Wege von einer reinen Versicherungsholding zum Allfinanzkonzern. Skeptiker befürchten indes, daß die Zusammenfassung von Bank- und Versicherungsaktivitäten erhebliche Organisations- und Managementprobleme mit entsprechenden Ertragsverwerfungen nach sich ziehen könnte.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die Experten aber mit weiter wachsenden Gewinnen, wobei ein Ergebnis je Aktie von dreißig Mark anvisiert wird. Das Kurs-/Gewinnverhältnis (KGV) von dreißig ist für einen deutschen Versicherungswert niedrig – der Durchschnitt liegt bei einem KGV um fünfzig. Sollten die Versicherungsleute aus Aachen und die Bankmanager aus Frankfurt tatsächlich eine zukunftsweisende Strategie für ihren neuen Finanzkonzern auf die Beine stellen, wäre eine höhere Bewertung der Aktie durchaus zu vertreten.