Am Freitag werden die Rundfunkräte des Südwestfunks ein schönes Konzept auf ihren Tischen vorfinden: Die Sendung Report Baden-Baden wird bleiben, was sie immer war, ein „kritisches und journalistisches“ Fernsehmagazin; gleichzeitig aber soll sich alles ändern: erweitert, sachgerechter, zeitgemäßer, personell aufgefrischt. Für den Redaktionsleiter Franz Alt muß es eine Seligkeit sein, unter solch herrlichen Umständen zu arbeiten – wenn sich die Aktion nur nicht gegen sein bisheriges Programm richten würde.

Man muß kein bedingungsloser Stammwähler der CDU sein, um sich an dem Missionsdrang und an manchen Patzern dieser Report-Sendungen zu stören; dafür sind dann ausgerechnet viele Christen- und Unionsleute wieder von Alts journalistischem Engagement beeindruckt: Lieber den Pietismus der Mission als den Quietismus der Ausgewogenheit.

Franz Alt ist also gewiß nicht der Säulenheilige des deutschen Fernsehens. Aber wenn Moderatoren wie er von der Bildfläche verschwinden oder fürsorglich eingemauert werden, verliert der politische Fernsehjournalismus Stammwürze. „Und wieviel wir davon vertragen, dies können die Intendanten bis auf weiteres uns selbst überlassen.

R. L.