Von Dierckes Lexikon „Deutschland“ ist nach dem Band „Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West)“ nun der Band „Deutsche Demokratische Republik und Berlin (Ost)“ (Westermann-Verlag, Braunschweig 1986; 78 Mark) erschienen. Es handelt sich um ein Nachschlage-Standardwerk, das, zusammen mit dem zweibändigen DDR-Handbuch des Bundesministeriums für innerdeutsche Beziehungen, enzyklopädisches Wissen über die DDR vermittelt, so wie sie sich von außen gesehen darstellt. Im ersten Teil finden sich zusammenhängende Darstellungen über Themen wie Landesnatur, Geschichte, Staatsaufbau, Wirtschaft und Verkehr; es folgen Beschreibungen der ehemaligen deutschen Länder und der heutigen DDR-Bezirke. Der Hauptteil des Buches schildert jedoch die 28 Stadt- und 19 Landkreise im anderen Teil Deutschlands. Die Ausführlichkeit, Vollständigkeit und Objektivität der Darstellung in der länderkundlichen Beschränkung dürfte bisher einmalig sein. In kleinen Zusatzartikeln wird über Sehenswürdigkeiten oder DDR-Besonderheiten informiert: „Einkaufen in der DDR“ heißt eine solche Überschrift, „Volkseigene Industrie“, „Weinbau an Unstrut und Saale“ oder „Der Naumburger Dom“ lauten andere.

So enzyklopädisch das gewichtige Buch auch anmutet, es macht doch, von den durchweg prächtigen und die Sonnenseite des anderen Deutschlands hervorhebenden Farbbildern einmal abgesehen, kaum neugierig auf den deutschen Nachbarn.

Der Reiz von Landschaft und Menschen steht im Mittelpunkt eines anderen Buches, das eher eine Innensicht des DDR-Alltags vermittelt. Ein Photojournalist, der 35 Jahre in Leipzig und in Erfurt gelebt hat, schildert seine alte Heimat mit ironischer Wehmut. „Unterwegs im anderen Deutschland“ heißt dieses Buch von Uwe Gerig (Umschau-Verlag, Frankfurt 1986; 36 Mark). Sicher erhebt es keinen Anspruch auf topographische Vollständigkeit. Dafür erfährt der Leser viel von den Menschen, die jenseits der Grenze leben. Er sieht sie feiern und arbeiten. Er wird vertraut mit ihnen und auch neugierig. Denen, die im Urlaub nicht aus Deutschland fliehen und auch den Rest der Heimat kennenlernen wollen, seien die beiden Reisebücher empfohlen. M. A.

Mit dem Auto durch Spanien

Wer mit dem Auto die Iberische Halbinsel erfahren will, findet im „Aral Auto-Reisebuch“ (39,80 Mark) übersichtliche und gut lesbare Straßenkarten im Maßstab 1 : 500 000. Auf den Karten sind besondere touristische Ziele wie historische Städte, Burgen, Nationalparks eingetragen. Selbst die Standorte der Paradores, der staatlichen Hotels, sind vermerkt. Die Information über die Reiseziele Spanien und Portugal sind knapp, enthalten aber das Wesentliche und vermitteln einen Einblick in Kultur, Kunst und die Geschichte der Länder.

Die Autoren der französischen Originalausgabe (der vorliegende Band ist eine überarbeitete Übersetzung) konzentrieren sich bei den Ortsbeschreibungen auf die Denkmäler der Geschichte, lassen den Reisenden aber dort im Stich, wo er handfeste Informationen erwartet, gerade wenn er mit dem Auto unterwegs ist: Wo kann ich übernachten? Wo finde ich Campingplätze (ein Zeichen wie bei den Paradores hätte genügt)? Wo sind ansprechende Restaurants, in denen es regionale Spezialitäten gibt, von denen in diesem Buch die Rede ist? Denn wer mit dem Wagen über die Halbinsel fährt, ist nicht allein Baudenkmälern und Naturschönheiten auf der Fährte. S. W.