Erstmals seit einem halben Jahr sind die Auftragseingänge im Februar wieder gestiegen. Das zumindest registrieren die Statistiker im Bundeswirtschaftsministerium. Danach sind jetzt verstärkt Industrieprodukte gefragt. Der Anstieg gegenüber dem Vormonat wird mit zwei Prozent angegeben. Von einer Trendwende kann deshalb allerdings noch nicht gesprochen werden. Der Zweimonatsvergleich – Januar und Februar gegenüber November und Dezember – weist nämlich noch einen Rückgang um ein Prozent aus.

Das verarbeitende Gewerbe wird in diesem Jahr die Produktion um ein bis zwei Prozent zurückfahren. Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung begründet seine Prognose mit den Abschwächungstendenzen im Investitionsgütergewerbe. Der private Konsum ist zwar gestiegen, doch davon konnte die bundesdeutsche Verbrauchsgüterindustrie nur zum geringen Teil profitieren. Den Reibach machten ausländische Hersteller. Auch bei der eisenschaffenden Industrie rechnen die Münchner Forscher mit einem weiteren Produktionsrückgang.

Ein Blick auf die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes untermauert diese Vorhersage. Die bundesdeutschen Hüttenwerke erzeugten nämlich in den ersten drei Monaten dieses Jahres weniger Eisen und Stahl als im Vergleichszeitraum 1986. Gegenüber dem Vorjahresquartal sank die Rohstahlproduktion um 8,1 Prozent auf neun Millionen Tonnen, bei der Roheisenerzeugung ergab sich ein Rückgang von 8,4 Prozent auf etwas über sieben Millionen Tonnen.

Der Welthandel wächst langsamer. Zu diesem Ergebnis kommt das HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung. Nachdem sich das Handelsvolumen 1986 im Schnitt um etwa vier Prozent erhöht haben dürfte, geht das Hamburger Institut in diesem Jahr weltweit von einem dreiprozentigen Zuwachs aus. kah