Spannend war’s schon vor dem Spiel; nicht so sehr wegen der üblichen Spekulationen um Taktik oder Aufstellungen. Eine andere Frage hatte viel mehr Brisanz: Wieviel Schleichwerbung mutet die ARD ihren Zuschauern zu?

Sicher war, daß Bayern München das Europapokalspiel gegen Real Madrid für eine sechsstellige Summe an einen Sponsor aus der Computerbranche verkauft hatte – gegen die Zusicherung der ARD, daß der Name der Firma bei der Live-Übertragung oft und groß auf den Bildschirm erscheint. Nur wie oft und in welcher Form blieb bei Spielbeginn offen, da die ARD eine einstweilige Verfügung der Privatsender fürchtete. Denn egal, wie die Reklameeinblendungen letztlich aussahen, die großzügigen Programmgestalter könnten damit gegen die Werberichtlinien für ARD und ZDF verstoßen.

Deshalb stand ein Verlierer schon vor dem Anpfiff fest: das öffentlich-rechtliche Mediensystem. Denn nun ist es nicht mehr weit bis zur permanenten Werbeveranstaltung auf allen Kanälen, kur