Ich rauche gern“, lassen uns ansehnliche Damen von Plakatwänden wissen. Viele Nichtraucher, vor allen Dingen die verbissenen, ärgern sich über diese dreiste Werbung der Zigarettenindustrie. Sind doch die ärztlichen Berichte über einen Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs mittlerweile Legion. Ein Arzt, der dem Rauchen etwas Gutes nachsagt, tut sich schwer. Auch die britische Ärztezeitung The Lancet beginnt ihren Bericht über die antiöstrogene Wirkung des Zigarettenrauchens mit der Entschuldigung, daß es heutzutage ungewöhnlich sei, ein Wort für das Rauchen einzulegen. Aber es scheint tatsächlich so zu sein, daß Frauen, die tüchtig rauchen, weniger häufig an einem Krebs der Gebärmutterschleimhaut erkranken als Nichtraucherinnen.

Der amerikanische Arzt James Michnovic hat festgestellt, daß Rauchern die im Körper stattfindende Umwandlung von Östrogenen in weniger wirksames Östron fördert. Das weibliche Sexualhormon Östrogen steht im Verdacht, die Entstehung von Gebärmutterschleimhautkrebsen zu fördern. Mit mindestens 15 Zigaretten täglich wird in dem Zeitabschnitt vor Einsetzen der Wechseljahre die Umwandlung von Östrogen zu Östron beschleunigt. Dies führt zum frühen Eintreten der Wechseljahre und entspricht auch ärztlichen Beobachtungen, daß Raucherinnen früher als Nichtraucherinnen in die Menopause gelangen.

Manche dieser Frauen erleben dann Wechseljahrsbeschwerden mit Hitzewallungen, Depressionen, auch einer vermehrten Brüchigkeit ihrer Knochen. Ein Hilfsmittel ist rasch zur Hand: Diese Frauen sollen Östrogene nehmen, und die Ärzte folgen oft unkritisch der entsprechenden Werbung der Pharmaindustrie. Von den acht Millionen bundesdeutschen Frauen, die in ihrer Menopause leben, nehmen immerhin 500 000 regelmäßig Östrogene. Da nützt auch das Rauchen nicht mehr, wenn es wirklich nützt. Aber nicht nur Zigarettenrauchen hat antiöstrogene Wirkung, auch eiweißreiche Diät und Gewichtsverlust tun das Gleiche. H. H. B.

Zur Lösung der brennenden Probleme in der Aids-Forschung reicht die staatliche Förderung nicht aus. Deshalb haben prominente Wissenschaftler in Göttingen die gemeinnützige „Gesellschaft für Aids-Forschung e. V.“ gegründet. Zu den Initiatoren gehören die Nobelpreisträger Manfred Eigen und Georges Köhler.

Der Verein soll nicht in Konkurrenz zur Deutschen Aids-Hilfe treten, die sich um die sozialen Belange von Aids-Infizierten kümmert, sondern nur die naturwissenschaftliche Erforschung der Ursache und Therapie von Aids unterstützen. Für weitere Informationen: „Gesellschaft für Aids-Forschung e. V., Postfach 37 10, 3400 Göttingen. Spendenkonto: Deutsche Bank AG, Göttingen, Konto-Nr. 161 000. R. K.