Auch bei der privaten Urlaubsplanung gehört dem Computer die Zukunft. Auf einen Knopfdruck hin nennt er die interessantesten Offerten auf dem Reisemarkt.

Schloßhotel mit Golfplatz und Diätküche? Ein Brauerei-Gasthof mit Windsurfmöglichkeit für den Vegetarier? Dem kleinen grauen Kasten mit dem großen Reisewissen ist beides recht. Aus „sämtlichen 40 000 Beherbergungs-Betrieben in Deutschland über 9 Betten“ (so der dazugehörige Werbetext) sucht der Computer in Windeseile das Passende heraus.

Solch ein elektronischer Selbstbedienungsladen der Urlaubswünsche ist heute keine Utopie mehr: Er nennt sich „Tour Base“, stammt vom Darmstädter Touristik-Fachverlag Jaeger und hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, per Knopfdruck jedem Interessenten die passende Unterkunft in der Bundesrepublik zu nennen. Vom Herbst an soll „Tour Base“ kostenlos über Bildschirmtext zugänglich sein.

Versuche dieser Art hatte es auch schon früher gegeben. Bereits 1980 beschloß die Stiftung Warentest, per Computervergleich Licht in den Kalkulationsdschungel der Pauschalreisekataloge zu bringen. Im Jahr darauf probierte es ein gemeinnütziger Verein namens Ziel e.V. Beide scheiterten.

Als wesentlich langlebiger erwiesen sich Informationsdienste auf herkömmlicher Basis. Sie produzierten mehrmals im Monat seitenlange Listen besonders günstiger Flüge und Pauschalreisen und sind dadurch flexibler als ein starres Computersystem. Am bekanntesten: der seit vier Jahren bestehende „Flugtip“ des Düsseldorfer Informationsdienstes „Markt intern“. Sein Erfolgsgeheimnis: Er mischt aktuelle Reiserechttips, neue Flugverbindungen, sogar Skipaß-Preistabellen unter die reinen Zahlenlisten.

Freilich lohnen sich derartige Informationsdienste nur für den, der sich intensiver mit dem Thema Reisen beschäftigt. Der „Flugtip“ beispielsweise muß abonniert werden, Einzellisten zu konkreten Problemen gibt es nicht. Schon allein der Preis (rund 200 Mark pro Jahr) wird die meisten abschrecken, die nur ein- oder zweimal im Jahr einen Reiserat brauchen.

Diese Lücke will nun ein Duisburger Unternehmen mit fast gleich klingendem Namen schließen. „Markt Control“ nennen der Verlagskaufmann Jürgen Zupancic und der Touristiker Wolfgang Grahl ihre Idee: Sie fütterten einen Computer mit den Pauschalreiseangeboten von 120 Veranstaltern und verkaufen nur Einzelauskünfte für fünf Mark pro Anfrage. Der Interessent gibt dabei seinen Zielgebietswunsch an, er nennt Abflughafen, Reisetermin sowie gewünschte Verpflegungsart und erhält dann eine Liste mit den 20 billigsten Angeboten: Hotel, Preis, Veranstalter. Der Pferdefuß: Wie bereits früher die Stiftung Warentest, kommt „Markt Control“ über einen recht grobgeschnitzten Standard nicht hinaus. Gespeichtert sind ausschließlich Zwei-Wochen-Reisen. Kinderermäßigungen und andere entscheidende Extraleistungen fallen ganz unter den Computer-Tisch.