Alle diese Parameter lassen sich mit einer von der Marburger Gruppe entwickelten ambulanten Diagnoseeinheit auch außerhalb der Klinik bestimmen. Erhärtet sich der Verdacht auf eine Schlaf-Apnoe, so sind umfangreichere Analysen der Atemregulation im Schlaflabor erforderlich.

Eindringlich warnen die bundesdeutschen Experten vor der Verschreibung von Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Diese sollte der Patient ebenso wie Alkohol am Abend meiden, weil sonst die lebenswichtigen Arousels, die Aufschreckreaktionen, unterbleiben können. Übergewicht muß reduziert werden, da es eine Blockade der Atemwege während des Schlafs fördert. Außerdem kann ein Hochlagern des Oberkörpers während der Nacht die Atmung im Schlaf erleichtern.

Zeigen sich neben den nächtlichen Störungen zusätzlich klinische Symptome wie eine exzessive Müdigkeit am Tage, dann empfehlen die Mediziner zunächst den Einsatz von Medikamenten wie Theophyllin. Theophyllin, das natürlicherweise in Teeblättern vorkommt, ist chemisch eng mit dem Koffein verwandt und wird heute vorwiegend zur Behandlung von Asthmaerkrankungen eingesetzt. Gute Erfolge haben sich nach Angaben der Wissenschaftler auch bei der Therapie der Schlaf-Apnoe gezeigt.

Bei schweren Krankheitsformen, also wenn schon Folgeerkrankungen aufgetreten sind, ist eine physikalische Behandlung erforderlich: Über eine Nasenmaske wird der Patient während des Schlafs mit Überdruck beatmet und so zum Weiteratmen gezwungen. Stand früher ein kühlschrankgroßes Gerät im Schlafzimmer, ist der Kompressor durch technische Weiterentwicklungen heute handlicher und auch leiser geworden. „Die Patienten sind sehr kooperativ und gewöhnen sich meist schnell an diese Überdruckbeatmung“, sagt Rühle. Dies liege nicht zuletzt am großen Leidensdruck der Kranken und daran, daß sie meist schon nach der ersten Nacht eine Besserung oder gar das völlige Verschwinden ihrer Symptome bemerken.

Nach einer ersten Therapiestudie der Marburger Forschergruppe an 40 Patienten, zeigte sich in allen Fällen eine deutliche Besserung – ähnlich wie auch bei Georg F., der sich schon nach wenigen Nächten mit der Nasenmaske „wie ein neuer Mensch“ fühlte.