Von Anneliese Furtmayr-Schuh

In einer halben Stunde schon beginnt das Konzert. Hans, der einen langen Arbeitstag hinter sich hat, muß vorher etwas essen. Sonst besteht die Gefahr, daß sein Magen im Duett mit der Baßgeige knurrt. Wo aber etwas zu Essen hernehmen? Der Metzger an der Ecke hat längst die Rolläden herunter gelassen. Zum Bahnhofskiosk für eine Bratwurst ist es zu weit. Da trifft das Bild eines doppelstöckigen Hamburgers den Hungrigen direkt in die Magengrube. Er betritt den sterilen Neontempel fürs schnelle Füttern und steht bald schon wieder, noch am letzten Bissen kauend, auf der Straße.

Wer es eilig hat und Hunger, dem bleibt häufig nicht viel mehr übrig, als auf das uniforme, plastikverpackte Angebot an Essen und Trinken der Fast-Food-Restaurants einzugehen. Bürgerliche Gasthausrituale, die viel Zeit kosten, fallen dort weg.

Wenngleich rund 250 Fast-Food-Restaurants den Hunger deutscher Bundesbürger stillen, so sind doch 87 Prozent der Einkehrenden der Ansicht, daß dieses Essen nicht gesund sei. Wissenschaftler vom Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde der Universität Kiel wollten das jetzt genau wissen und untersuchten den Nährwert von Hamburgers, Cheeseburgers, Whoppers und wie die wattierten Maulsperren alle heißen. Die Forscher bestimmten den Gehalt an Eiweiß, Fett, Vitaminen, Mineralstoffen, Kohlenhydraten sowie Ballaststoffen und verglichen die Befunde mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Man höre und staune, so schlecht wie ihr Ruf schneiden die industrialisierten Futterkrippen gar nicht ab. Das Fleisch für den Hamburger ist nicht etwa aus minderwertigen Fleischabfällen zusammengeschnipselt. Vielmehr liegt der bindegewebsfreie Anteil an Fleischeiweiß bei rund 86 Prozent. Das sind über zehn Prozent mehr als das Deutsche Lebensmittelbuch für derartige Erzeugnisse empfiehlt. Hamburger bestehen ausschließlich aus grob entsehntem Rindfleisch – wie gewachsen – ohne Zusätze. Und was die Hygiene anbelangt, nehmen sie es mit den Produkten jedes Schnellimbisses auf.

Auch die Nahrungsqualität der Fette, so stellten die Kieler Forscher fest, ließe – außer beim Fritierfett – nichts zu wünschen übrig. Letzteres dürfte sich auch in Deutschland bald verbessern, nachdem die amerikanischen „Mc Duck’s“ auf pflanzliche Öle zum Frittieren übergehen.

Die Qualität der Nahrungsfette ergibt sich aus dem Verhältnis von ungesättigten zu den gesättigten Fettsäuren. Je mehr ungesättigte, um so besser für die Gesundheit. Eine gesunde Fettzusammensetzung weisen Doppeldecker-Hamburger, Fischmäc, sowie der Mais und Putenfleisch enthaltende Salat auf. Überdies enthält ein Mc Rib, der aus Schweinefleisch besteht, einen doppelt so hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren wie der rindfleischige Hamburger Royal mit Käse.