Der Bericht der Brundtland-Kommission verlangt Umdenken

Von Volker Hauff

„Die Welt steht an einem epochalen Scheideweg: Wohin das Pendel schlägt, liegt bei uns selbst.“ Aurelio Peccei (Club of Rome)

Die Welt ist voller begründbarer Hoffnung, aber gleichzeitig voller Widersprüche.

Die Kindersterblichkeit sinkt, aber die Zahl der unterernährten Kinder nimmt zu. Die Nahrungsmittelproduktion wächst weltweit schneller als die Bevölkerung: Wir haben genügend Nahrung, um alle Menschen zu ernähren; aber die Zahl der Hungernden vergrößert sich. Der Anteil der Kinder, die lesen und schreiben lernen, steigt; aber die absolute Zahl der Analphabeten wächst weiter. Die wirtschaftliche Entwicklung hat eine Rekordhöhe erreicht; aber in der Mehrheit der Entwicklungsländer ist das Pro-Kopf-Einkommen in diesem Jahrzehnt gesunken. Die Industrie ist aus unserem Leben gar nicht mehr wegzudenken; aber Seveso, Bhopal, Tschernobyl und das Waldsterben zwingen zum Innehalten und Nachdenken über unsere Zukunft. Immer mehr Menschen wissen: Die Welt ist geteilt, aber die Erde ist eine Einheit, und ihre Zerbrechlichkeit wird von Tag zu Tag sichtbaren

Unsere Erde ist ein zerbrechliches Wunder, umhüllt mit einer schützenden Atmosphäre, die, ähnlich wie das Federkleid eines Vogels, acht bis zehn Schutzschichten besitzt, um als Schirm vor der tödlichen kosmischen Strahlung zu dienen. Die Biosphäre bildet rund um die Erde einen dünnen Film, wie der Tau auf einem Apfel. Wir sind dabei, dieses zerbrechliche Wunder zu zerstören, und zwar im Norden wie im Süden. Nur wir haben es in der Hand zu verhindern, daß nicht „der letzte Schmetterling in den Zoo fliegt“.

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