Zu den top ten zählen sie nicht. Goldbarren rangieren auf Platz dreizehn der Kapitalanlagen-Hitliste. Zu diesem Ergebnis kommt das Brokerhaus Salomon Brothers mit Blick auf den jährlichen Wertzuwachs während der Dekade 1975 bis 1985. Ganz in diesem Sinne heißt es derzeit auch, man solle keinesfalls sein ganzes Geld auf das glitzernde Edelmetall setzen; etwas Gold im Tresor zu haben, könne indes nicht schaden.

Vor zwei Jahren erlebte der Goldmarkt einen Tiefststand. Der Preis pro Feinunze, also 31,1 Gramm, fiel zeitweise unter dreihundert Dollar, nach damaligem Kurs etwa tausend Mark. Seitdem ist wieder ein leichter Aufwärtstrend spürbar. Vergangenes Jahr deckten sich die Japaner in großem Stil mit Gold ein, vor allem, um ihre Kaiser-Hirohito-Gedächtnismünze prägen zu können. Ein derartiger Impuls fehlt momentan, und trotzdem schmelzen die Goldproduzenten soviel wie eben geht, allen voran Australier und Amerikaner. Nur die Südafrikaner haben ihre Förderung gedrosselt. Dementsprechend bleibt auch 1987 das Goldangebot hoch. Experten rechnen für dieses Jahr vorsichtig mit einem Durchschnittspreis pro Feinunze von vierhundert Dollar, Anfang dieser Woche lag er in London allerdings bei 454 Dollar, umgerechnet 821 Mark.

Der schwache Dollar verleidet bundesdeutschen Anlegern den Goldkauf seit geraumer Zeit. Denn beim späteren Verkauf der in Dollar gehandelten Barren drohen Währungsverluste, so daß der Wertzuwachs des Goldes letztlich schwinden kann. Überdies gilt eine simple Faustregel: Das gelbe Metall kann nur dann bedenkenlos gekauft werden, wenn die Preissteigerungsrate höher liegt als die Marktzinsen. Metall-Auguren raten deshalb, noch mit dem Kauf zu warten, sie tippen auf 1988 als interessantes Jahr für Goldanleger. Bis dahin sollte man sich vielleicht aufs Sammeln rarer Münzen verlegen. Die nämlich landeten bei Salomon Brothers auf Platz eins der Hitliste mit einem jährlichen Wertzuwachs von 21 Prozent.

kah