Die Ägäis gilt bei Seglern als mediterranes Traumrevier. Aber: Man darf sich nicht an der umständlichen und bürokratischen Anmeldeprozedur in den Häfen stören.

Von einem amerikanischen Bootsjournalisten wurde die Ägäis gar auf Platz fünf der Weltrangliste der 20 schönsten Segelplätze gesetzt – nur ein paar exotische Reviere in der Karibik, der Südsee und bei den Bahamas rangieren davor.

Die beliebtesten Chartergebiete sind die Kykladen, der Saronische Golf und die Ionischen Inseln – bequem von den um Athen und Piräus gelegenen Ausgangshäfen zu erreichen. Kenner bevorzugen die über hundert, teilweise unbewohnten Eilande der Sporaden. Doch auch die Seegebiete um Kreta im Süden und um die dreifach gespaltene mazedonische Peninsula Chalkidike im Norden sind wärmstens zu empfehlen, genauso der Peloponnes und die anderen Festlandsküsten. Nicht zu vergessen der Do dekanes mit den der türkischen Küste vorgelagerten Inseln von Patmos bis Rhodos.

Abstecher an die reizvolle türkische Westküste sind nicht generell verboten, doch nicht ganz problemlos: Das Ein- und Ausklarieren der Schiffe sowohl in den griechischen als auch den türkischen Häfen ist noch sehr viel umständlicher und bürokratischer als das Anmeldeverfahren (mitunter kann es einen ganzen Tag in Anspruch nehmen). Außerdem sollte, wer solches beabsichtigt, von vornherein einen Linienflug buchen, da die griechischen Behörden niemanden per Charter zurückfliegen lassen, der mit einem unter griechischer Flagge laufenden Schiff von der türkischen Küste gesegelt kommt.

In der Zea-Marina von Piräus, den Athener Yachthäfen Kalamaki und Glyfada sowie in rund einem Dutzend großer Inselhäfen zwischen Korfu und Rhodos wartet eine umfangreiche Charterflotte. Das Segelvergnügen per Yacht ist allerdings nicht billig. Vor zehn Jahren wurde eine Verordnung des griechischen Ministeriums für Handelsschiffahrt erlassen, die die Yachtcharter ab griechischen Häfen nur noch für Schiffe unter der blauweiß gestreiften Hellenen-Flagge gestattete und alle ausländischen Charteryachten rigoros aus ihren Hoheitsgewässern vertrieb. Diese Verordnung zog nicht nur einen erheblichen Qualitätsniedergang bei radikal angestiegenen Preisen nach sich, sondern auch Probleme mit dem Standard der Schiffe, ihrer Ausrüstung und auch den Besatzungen (um Risiken weitgehend auszuschließen, bediene man sich auf jeden Fall einer seriösen deutschen Agentur).

Für den nicht ganz so erfahrenen Praktiker empfiehlt sich das Flottilla-Segeln. Sechs bis zwölf kleinere Segler fahren dabei, geleitet von einem „Mutterschiff“ mit Skipper, einen Gemeinschaftstörn. Das Zusammenbleiben ist kein Zwang: Man kann dem Leitschiff sowohl stur hinterherfahren, als sich auch tagelang vom Konvoi entfernen.

Fast kein Schiff, das nicht eine Taucherausrüstung besitzt. Getaucht wird in kristallklarem, wohltemperiertem Wasser auf der Suche nach altertümlichen und neuzeitlichen Wracks.