Die bundesdeutsche Konjunktur wird sich abkühlen, daran zweifelt niemand mehr. Die Frage ist nur, wie stark. Das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung bemängelt, in den Vorstandsetagen der großen Unternehmen werde das mögliche Wirtschaftswachstum für dieses und das kommende Jahr noch immer überschätzt. Zu optimistisch seien auch die Beschäftigungspläne für die nächsten fünf Jahre. Im Jahresdurchschnitt 1987 rechnen die Forscher mit einer um ein bis zwei Prozent schrumpfenden Produktion. Sie sagen überdies ein Ende des positiven Trends bei der Industriebeschäftigung voraus. Danach die großen Firmen, im lautenden Jahr keine Einstellungen mehr.

Bonn bleibt wichtigster westlicher Handelspartner Moskaus. Der Warenaustausch zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion belief sich im vergangenen Jahr auf 5,6 Milliarden Rubel, umgerechnet 16,8 Milliarden Mark. Das ist bald ein Fünftel des gesamten West-Geschäfts der UdSSR gewesen. Und wie es aussieht, wird sich der Handel noch ausweiten. Otto Wolff von Amerongen, der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages, meint nämlich, die Sowjetunion werde ihren Außenwirtschaftsbeziehungen künftig einen höheren Rang einräumen. Denn mittlerweile könnten etwa siebzig Unternehmen und zwanzig Ministerien selbstverantwortlich Außenhandel betreiben.

In der Bundesrepublik knallen zusehends mehr Sektkorken. Der Absatz des prickelnden Getränks nahm 1986 um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Insgesamt wanderten 352,2 Millionen Flaschen über den Ladentisch. Von diesem Zuwachs haben ausschließlich die einheimischen Sektkellereien profitiert. Rein rechnerisch trank jeder Bundesbürger 4,5 Liter Sekt, 1985 waren es noch 4,4 Liter. kah