Die Gentherapie von Menschen ist das Fernziel mehrerer US-Forschungsgruppen. Am Memorial Sloan-Kettering Krebszentrum in New York ist es erstmals gelungen, ein menschliches Gen, dessen Fehlfunktion bei Babys zu tödlichen Immundefekten führt, in Knochenmarkszellen von Affen einzuschleusen. In einem der Affen produzierte das menschliche Gen genau jenes Enzym, dessen Fehlen bei erbkranken Kindern meist zum frühen Tod führt. Eine Behandlung kranker Babys sei jedoch frühestens in einigen Jahren zu erwarten, schreibt die New York Times.

An der Harvard-Universität züchten Wissenschaftler Bindegewebszellen (Fibroblasten) von Mäusen, schmuggeln menschliches Erbgut in die Fibroblasten und spritzen sie dann lebenden Nagern ein. Laut Science (Bd. 236/87, S. 174) produzierten so übertragene Gene menschliches Wachstumshormon in Mäusen. Forscher an der University of California in San Diego wiederum setzen auf ein anderes Trojanisches Pferd: Statt Knochenmarks- oder Bindegewebszellen benutzen sie Leberzellen, um Gene zu übertragen. Langfristig sollen die Experimente am Tiermodell zu Therapien der mehr als tausend bekannten Erbkrankheiten beim Menschen führen. HST

Schildkröten können auf Rekordtiefen von 1200 Meter tauchen. Dies haben amerikanische Biologen mittels einer Meßsonde an einer Lederschildkröte nachgewiesen. Wie die Zeitschrift Nature (Bd. 327/87, S. 286) berichtet, reichte der Meßbereich der Sonde nur bis 1000 Meter, so daß die verblüfften Forscher die effektive Tauchtiefe schätzen mußten. Mit ihrem Tieftauchrekord übertreffen die Lederschildkröten sogar Pottwale, für die 1140 Meter dokumentiert sind. Lederschildkröten wiegen bis zu 600 Kilogramm und werden bis zu zwei Meter lang. H.E.

Kollisionen mit Vögeln haben bisher mehr israelische Militärflugzeuge zum Absturz gebracht als alle Luftkämpfe. Millionen großer Zugvögel, Störche, Reiher oder Pelikane, passieren jährlich das „Gelobte Land“ und nutzen die warmen Aufwinde für energiesparende Segelflüge. Dabei erreichen sie Höhen von über 2000 Metern. Um die Jetpiloten vor der gefiederten Konkurrenz besser warnen zu können, lassen Ornithologen neuerdings ein Segelflugzeug in großen Schwärmen mitfliegen. Die Unfallrate ist gesunken. H.E.

Der Hang zum Extremen bei Langstreckenläufern und Magersüchtigen findet auf hormoneller Ebene eine merkwürdige Parallelität. Aus dem New England Journal of Medicine (Bd. 316/87, S. 1309) geht hervor, daß Sportler, die mehr als 75 Kilometer pro Woche laufen, im Ruhezustand deutlich mehr Streßhormone (ACTH, Kortisol) im Blut haben, als untrainierte Personen oder Läufer, die 24 bis 40 Kilometer zurücklegen. Entsprechend hohe Hormonspiegel wurden bei Magersüchtigen und Depressiven beobachtet. H.E.