Commerzbank konnte Startkapital fast verdoppeln – Rückschlag für die BfG

Von Reinhold Rombach

Kurz vor der Halbzeit des Börsenspiels konnte die Commerzbank ihr Anfangsguthaben von 100 000 Mark fast verdoppeln. Die Mannschaft um Jörg G. Grünberg, Leiter Anlagestrategie des Frankfurter Geldinstitutes, legte im Vergleich zum ohnehin schon guten Vormonatsergebnis nochmals 37 374 Mark zu und belegt damit mit dem Vermögenssaldo von 193 419 Mark unangefochten den ersten Rang. Dieses Ergebnis ist hauptsächlich einem geschickten timing zu verdanken. Durch den rechtzeitigen Verkauf des Mitsubishi Optionsscheines zum Kurs von 16 100 US-Dollar, rund 28 700 Mark, in der Mitte des Vormonats konnte ein Gewinn von 69 998 Mark sichergestellt werden, eine treffliche Verkaufsentscheidung, denn heute notiert der Schein immerhin ein Viertel niedriger.

Die Geldmanager der Commerzbank kauften neben der bereits erworbenen Amerada Hess aus dem freigewordenen Kapital von 116 183 Mark am 15. Mai je zur Hälfte zwei Werte hinzu. „Die für uns richtige Anlagephilosophie ist internationales Investment mit einer gesunden Mischung aus konservativen und etwas spekulativeren Aktien, aber immer mit einem Schuß Aggressivität“, sagt Grünberg.

Eine solide, eher langfristig orientierte Anlage ist für die Experten der Commerzbank die Aktie der britischen Rio Tinto-Zinc (RTZ), dem Branchenprimus unter den international operierenden Rohstoffholdings. Mit dem Kauf der Aktie zum Stückpreis von 32,70 Mark (1093 Pence) soll ein Drittel des Depotwertes abgesichert werden. RTZ, ein breit diversifizierter Konzern mit den Hauptbereichen Bergbau (32 Prozent), Industrie (41 Prozent) und Energie (27 Prozent) sowie den ertragsstarken Beteiligungen an dem australischen Rohstoffkonzern CRA und an Rio Algom, wird im laufenden Geschäftsjahr bei einem Jahresumsatz von knapp über sechs Milliarden Pfund Sterling etwas 78 Pence (23 Pfennig) pro Aktie verdienen. Bei weiter anziehenden Rohstoffpreisen – dies ist wegen der steigenden Zins- und Inflationserwartungen durchaus wahrscheinlich – wären die Gewinnperspektiven weiter nach oben zu revidieren.

Der zweite Kauf der Commerzbank, der Nippon Shinpan Optionsschein, hat binnen vierzehn Tagen bereits beachtliche 12,48 Prozent oder 7249,50 Mark Gewinn erzielen können. Der Schein der größten japanischen Teilzahlungsbank notierte in Frankfurt zum Kaufzeitpunkt mit 6490 Mark. Hierbei kommt die spekulative Variante der Anlagestrategie zum Tragen, nachdem der Wert von steigenden Konsumausgaben, bedingt durch das generell niedrige Zinsniveau, besonders profitieren soll. Das Kurs-/Gewinnverhältnis (KGV) der dazugehörigen Aktie von etwa dreißig gilt für japanische Verhältnisse als vergleichsweise preiswert.