Da auch nach dem Wirtschaftsgipfel in Venedig die Sorge vor einem weiteren Kursverfall des Dollar fortbesteht, blieb auf dem deutschen Aktienmarkt die seit Monaten bestehende Unsicherheit erhalten. Die geringen Umsätze zeigen, daß der Handel an manchen Tagen unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfindet.

Daß unter diesen Umständen die Kapitalerhöhung der Deutschen Bank – immerhin sind hierfür 1,2 Milliarden Mark aufzubringen – kein Spaziergang werden würde, war von vornherein klar. Zumal sie in eine Zeit fällt, da Bankaktien ohnehin nicht zu den Lieblingskindern der Börsianer zählen.

Bemerkenswert stabil liegen seit einiger Zeit die Kurse von Bayer, BASF und Hoechst. Das hat einerseits mit dem immer noch befriedigenden Geschäftsverlauf zu tun, aber auch mit den hier erzielbaren Renditen. Da auch für 1987 wieder mit Dividenden von zehn Mark zu rechnen ist, liegt die Gesamtrendite bei Hoechst in der Gegend von 5,8 Prozent. Sie kann mit der des Rentenmarktes mithalten. Warum Hoechst am „billigsten“ ist, läßt sich nur ahnen. Offenbar spielen Rückflüsse aus den Opec-Staaten ebenso eine Rolle wie bei Daimler. Mannesmann-Aktien sollen dagegen in größeren Posten aus England zurückkommen. Die Enttäuschung über den in seinem Umfang selbst für Experten unerwartet massiven Gewinnrückgang besteht unvermindert fort und läßt den Mannesmann-Kurs weiter sinken. K. W.