Die Bundesregierung hat tief in die Kasse gegriffen, damit der europäische Langstrecken-Airbus auf die Piste kommt: Mit knapp drei Milliarden Mark beteiligt sie sich an den Entwicklungskosten. Darüber hinaus greift sie der Industrie mit fast zwei Milliarden Mark unter die Arme, um die „Altlasten“ aus früheren Airbus-Programmen zu mildern.

Die deutsche Flugzeugindustrie steht damit bei der Bundesregierung tief in der Kreide, denn das Geld wurde nicht à fonds per du bewilligt; der Finanzminister hat einen Rückzahlungsanspruch – wenn mit den Flugzeugen Geld verdient wird.

Dies ist nun die Aufgabe der Airbus-Manager, bei einem Dollar-Kurs von 1,80 DM sicher keine leichte. Aber sie haben ein vorzügliches Produkt und jetzt auch eine ganze „Familie“ mit vielerlei Typen anzubieten.

Das Bundeskabinett hat zusammen mit der britischen und der französischen Regierung die Voraussetzungen geschaffen, daß die Europäer auf diesem Feld der Hochtechnologie nicht hinterherhinken und das amerikanische Monopol im Flugzeugbau aufbrechen können. Dies war notwendig, aber damit sollte die Aufgabe des Staates auch erledigt sein. Der Finanzminister wird sich gedulden müssen, ehe er Geld sehen kann, denn im Flugzeugbau wird in Jahrzehnten gerechnet. Doch es wäre fatal – dies der Industrie ins Stammbuch –, wenn das europäische Identifikationssymbol Airbus schließlich wirtschaftlich abstürzt. hm