Weil die „positive Entwicklung der Systemgastronomie“ Anlaß für vielfältige Diskussionen gibt, ist die Firma MacDonald’s auf eine Idee gekommen. Als „Marktführer“ hat sie zu einem „Parlamentarischen Abend“ in die Bayerische Landesvertretung in Bonn eingeladen, um den Dialog mit Abgeordneten, Regierungsmitgliedern, Beamten und Journalisten fortzusetzen und zu intensivieren, wie es heißt.

Schon das Ereignis ist eine Nachricht wert. Ob Franz Josef Strauß daran teilnimmt? Oder wer sonst darf als Wortführer die positive Entwicklung des Systems dem Marktführer der Systemgastronomie erläutern? Themenvorschläge hätten wir in Hülle und Fülle. Zum Beispiel: Humanisierung am Arbeitsplatz, Lebensmittelgesetz, Betriebsratswahlen oder Gastronomie im Regierungsviertel. MacDonald’s bei den Bayern: das ist ein Muß-Termin!

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Was ist Faschismus, und wer hat eine faschistische Gesinnung? Helmut Kohl hat die Frage wieder mal provoziert, als er denen, die zum Volkszählungsboykott aufrufen, eine solche Gesinnung vorwarf – und das Parlament hat sich wieder mal an neuen Variationen der längst bekannten Antworten versucht.

Zunächst der Staatssekretär im Innenministerium, Horst Waffenschmidt, in einer Fragestunde: Er befand sich in der etwas schwierigen Lage, entweder aus Überzeugung oder aus Pflicht den Kanzler verteidigen zu müssen. Um es kurz zu machen: Er ist dabei eingebrochen.

Erst einmal in den falschen Zusammenhang gerückt, reduziert sich der Begriff von Faschismus dann auf die These, „daß versucht wird, frei gewählte demokratische Parlamente lächerlich zu machen“.

Ob das Verhalten der Parteien in der Spendenaffäre auch „faschistische Gesinnung“ offenbare, da es sich ja um einen Gesetzesboykott gehandelt habe, wollte Otto Schily wissen. Dazu Waffenschmidt: „Sie vergleichen hier völlig ungleiche Tatbestände.“ Genau darin steckt das Problem.