Wie sich die Bilder unterscheiden: In Rheinland-Pfalz konnten sich CDU und FDP nach den Wahlen vom 17. Mai in neun Gesprächsrunden über Programm und Personen einigen. Mit zwei Ministern, drei Staatssekretären und einem neuen Wahlrecht erreichte der kleine Partner zwar nicht alles, aber doch sehr viel. Ein paar freidemokratische Forderungen – etwa nach der Urwahl der Bürgermeister – blieben auf der Strecke, aber auf den Rest konnte man sich schnell verständigen: Im Prinzipiellen ist man sich sehr nah.

Ganz anders in Hamburg. Da scheiterten die Verhandlungen von SPD und FDP – vorerst – am leidigen Thema Neue Heimat. Und wenn auch beide Seiten eilig versicherten, über den umstrittenen Staatsaufkauf von 40 000 Wohnungen wolle und werde man sich verständigen, irgendwie und auch sehr bald: Im Prinzipiellen scheinen Dohnanyi und Münch noch recht weit auseinander zu sein. Nicht Zuneigung, sondern die Mandatsarithmetik bestimmt die Suche nach Gemeinsamkeit.

Zu zeigen, daß man in einem Land mit dem Partner regieren kann, der in Bonn auf der Oppositionsbank sitzt, gehört zur liberalen Maxime. Und wenn sich daran Spekulationen knüpfen – den Freidemokraten kann es nur recht sein. Ihr Herz schlägt in Mainz, in Hamburg diktiert das Kalkül. Alles andere wäre Spekulation, zur Zeit wenigstens. H. B.