Die Konjunktur werde wieder besser Tritt fassen, diese Erwartung hegt der Bundesverband deutscher Banken. Im April haben sich Nachfrage und Produktion in der Industrie deutlich erholt. Die Banken verweisen zudem auf die verstärkten Aktivitäten in der Bauwirtschaft, auf den kräftigen Anstieg der Auslandsnachfrage sowie auf den weiteren Abbau der Winterarbeitslosigkeit im Mai.

Positive Signale kommen auch aus der Bauwirtschaft. Die monatelang rückläufige Bauproduktion, die bereits im April wieder anzog, hat sich auch im Mai weiter erhöht. Nach Angaben des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes nahm auch die Nachfrage nach Bauleistungen, mit Ausnahme des Wohnungsbaus, erneut leicht zu. Die Zahl der Beschäftigten habe sich leicht erhöht. Die Auslastung der Kapazität stieg im Vergleich zum Vormonat im Hochbau von 53 auf 57 und im Tiefbau von 52 auf 59 Prozent.

In der deutschen Erdöl- und Erdgasförderindustrie hat sich nach Angaben des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung in diesem Jahr die Ertragslage weiter verschlechtert. Der durch den Ölpreisverfall ausgelöste Rückgang der Erlöse für Erdgas werde im laufenden Jahr voll wirksam. Nach wie vor wurden in großen Teilen der inländischen Förderung rote Zahlen geschrieben. Alle Unternehmen haben Einstellungsstopps verhängt, in einigen Fällen sind Entlassungen unvermeidbar gewesen, teilte der Verband mit.

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation in den Ölländem haben die deutschen Exporteure ihren Optimismus nicht verloren. Nach Ansicht des Nah- und Mittelostvereins gelte es, während einer schwachen Übergangszeit durchzuhalten. Und dabei gäbe es noch die Chance, Marktanteile zu Lasten anderer Handelsnationen zu gewinnen. So hatten die Deutschen bei ihren Lieferungen 1986 bereits ein Prozent auf Kosten der Japaner und Amerikaner wettgemacht. Freilich, die Bilanz mit den Ölländern sieht nicht gerade erfreulich aus. So ging im vergangenen Jahr der deutsche Export in die Nah- und Mittelostländer um 26 Prozent auf 20,4 Milliarden Mark zurück.