Das Essen sei gräßlich, die Arbeit hart und die Sonne gnadenlos – was nur, wundert sich das US-Magazin Newsweek, treibt Hunderte von Touristen hinein in dieses neue Freizeitvergnügen? Schulklassen und Studenten, Einzelreisende und Hobbyhistoriker machen sich im Mittleren Osten auf die Suche nach biblischen Überresten. Vorzugsweise wird in Israel gebuddelt wie beispielsweise bei Caesarea (Photo). Zwischen Jordan und Mittelmeer suchen die Freizeitarchäologen etwa nach dem exakten Standort des Gartens Eden und haben bereits herausgefunden, daß die Stadt Jericho überhaupt keine Mauern hatte, die da hätten lautstark einstürzen können. Am meisten gereizt wird der altertümliche Jagdinstinkt offenbar durch die Geschichte von Noah und seiner Arche: Zuletzt hatte 1977 ein Archäologe in der Türkei angeblich sieben Anker der Arche gefunden, die sich dann jedoch als um einige Jahrhunderte zu jung entpuppten. Die meisten Hobbygraber benutzen die Bibel allerdings nur als eine Art Buddelanleitung, um die ertragreichsten Plätze zu finden.

An zwei Ausgrabungen in Israel können sich Jugendliche und Studenten (Mindestalter 17 Jahre) beteiligen. Vom 19. Juli bis zum 8. August beispielsweise dürfen sie in der Nähe von Tel Aviv die Reste von Teil Quasile, einer Philisterstadt, auf dem Gelände des Ha’aretz-Museums in Ramat Aviv mit ausgraben. Selbst zahlen müssen sie lediglich die Flüge, die Transfers, Versicherungen und einen Teil der Übernachtungen.

Shiknim ist ein Dorf im Norden der Negev-Wüste nahe Beer-Sheba, das der chalcolithischen Periode (4000 v. Chr.) zugerechnet wird: Bei diesen Grabungen kann man vom 20. September bis zum 23. Oktober mithelfen. Unterkunft und Verpflegung sind hier frei, nur die Flüge, die Transfers und Versicherungen müssen die Jugendlichen selbst zahlen. Auskunft: Isracontact, Rotthof 4, 3530 Warburg.