Zeit-Börse

Von Reinhold Rombach

„Wer sich aufs Geld versteht, versteht sich auf die Zeit, sehr auf die Zeit!“ (Goethe, Zahme Xenien)

Das 100 000-Mark-Spiel „feiert“ halbjähriges Bestehen; da bietet sich eine Bestandsaufnahme an. Für einen Anleger, der in die Prognosen der drei Teilnehmer jeweils 100 000 Mark investierte und dabei von Anfang an alle Transaktionen mitmachte, gerät der aktuelle Kassensturz zum Festtag: Denn durchschnittlich gesehen ist jedes Depot um 40,35 Prozent angeschwollen – ein ansehnlicher Vermögenszuwachs also. Ein Blick auf den DEGAB-Aktienindex unterstreicht diese Leistung noch mehr; mußte dieser doch im selben Zeitraum gar ein Minus von 5,31 Prozentpunkten hinnehmen.

Die Wertpapierexperten der – weiterhin erstplazierten – Commerzbank konnten das Glanzresultat des Vormonats nochmals leicht steigern; mit 197 555 Mark Gesamtvermögen verfehlten sie nur knapp die Verdoppelung des Startkapitals. Eine Veränderung des Wertpapierbestandes unterblieb in den letzten vier Wochen, da die Frankfurter Geldmanager glauben, daß ihre drei Aktien noch so viel „Luft“ nach oben haben, um alsbald die Schwelle von 200 000 Mark durchstoßen zu können.

Die ursprüngliche Absicht, den US-Ölwert Amerada Hess (Kurs 38,25 US-Dollar, das sind umgerechnet 69,96 Mark) nach der Ende Juni stattgefundenen Opec-Konferenz zu verkaufen, wurde vorläufig zurückgestellt, obschon bis jetzt ein Gewinn von 14 308 Mark auf das eingesetzte Kapital von 63 282 Mark verbucht werden konnte. Dies liegt zum einen am Ergebnis des Ölabkommens selbst, bei dem auf einem Niveau von achtzehn US-Dollar (32,92 Mark) je Barrel (159 Liter) eine Förderbeschränkung auf 16,6 Millionen Barrel je Tag vereinbart wurde.

Damit wird, wenigstens bis zum Jahresende, der Ölmarkt von Unsicherheitsfaktoren befreit, und dies sollte verstärkt auch den Petroaktien zugute kommen. Zum anderen spricht die gelungene Umstrukturierung bei Amerada Hess für eine nachhaltige Ertragserholung, wird doch für das laufende Geschäftsjahr bereits ein Gewinn je Aktie von vier US-Dollar (7,32 Mark) erwartet. Das Kurs-/Gewinnverhältnis (KGV) von knapp unter zehn liegt deutlich unter dem für diese Branche üblichen KGV von sechzehn. Zudem gab das Unternehmen dieser Tage bekannt, daß eine Testbohrung in der Nordsee mit großem Erfolg abgeschlossen werden konnte, somit eröffnet sich eine zusätzlich sprudelnde Ertragsquelle.