Helmut Geiger wird es ganz besonders ärgern, wenn er davon erfährt. Hat sich der Sparkassenpräsident doch so für seine Organisation ins Zeug gelegt, um gemeinsam mit den Banken die Deutsche Kreditkarte (DKK) des Einzelhandels und des Gastgewerbes zu verhindern (ZEIT Nr. 28). Denn das neue Stück Plastik wird – weil erheblich günstiger in der Jahresgebühr – eine harte Konkurrenz für die Eurocard der bundesdeutschen Kreditinstitute. Und nun das: Hausbank der DKK GmbH wird ausgerechnet ein Verbandsmitglied, die Frankfurter Sparkasse von 1822. Deren Vorstand Robert Roller besiegelte das Geschäft mit Helmut Frei, dem Geschäftsführer der DKK. Selbst die Kontonummer steht schon fest. Sie ist leicht zu merken: 650 650.

Ursprünglich hatte der ehemalige Diners-Club-Manager Frei das Münchner Geldinstitut Merck, Fink & Co. als Hausbank auserkowurde allerdings wieder gelöst, offenbar war der Druck aus Bankierskreisen enorm.

Nun ist die Frankfurter Sparkasse von 1822 mit einer Bilanzsumme von 8,5 Milliarden Mark weit größer als die Münchner Privatbank, sie zählt zu den größten Sparkassen in der Republik. Auch wenn Helmut Geiger die Herren in Frankfurt ins Gebet nehmen sollte, wollen Roller und seine Vorstandskollegen nicht klein beigeben.

Geiger indes wird alles tun, damit der Umsatz auf dem Konto möglichst gering bleibt. Zusammen mit den Verbandsoberen der Banken hat er sich darauf geeinigt, in Kürze eine Massenzahlungskarte herauszugeben, die weit günstiger sein soll als die DKK.

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Eine von sechs Zechen an der Saar soll geschlossen werden, weil es für ihre Förderung keinen Absatz mehr gibt. Der Vorstand hält das für unumgänglich und hat den Aktionären – zu 26 Prozent das Saarland, zu 74 Prozent die Bundesrepublik Deutschland – vorgerechnet, daß sie bei einer Stillegung der Grube Camphausen in den nächsten Jahren „nur“ fünfhundert der sonst erforderlichen siebenhundert Millionen Mark Kapital zuführen müssen. Überdies soll der Personalabbau von zusätzlich 1760 Mitarbeitern auf drei Jahre verteilt und damit „sozialverträglich“ vorgenommen werden.

Doch der Aufsichtsrat, der dem Beschluß des Vorstands zustimmen muß, schiebt die Entscheidung vor sich her. Am vergangenen Montag setzte eine Koalition aus zehn Arbeitnehmervertretern und vier Abgesandten des Saarlandes erneut die Vertagung durch. Nun soll erst das Ergebnis der nächsten Kohlenrunde im Herbst abgewartet werden.