Deutschlands größtes Hotelunternehmen erprobt in der Schweiz einen neuen Geschäftszweig: die „Steigenberger Residenz“, eine Wohnanlage für Senioren mit Fünf-Sterne-Hotelservice.

Marmorweiß leuchten vier postmoderne Ensembles zwischen den jahrhundertealten Bäumen des Parco Maraini in Lugano. Terrassen und Balkone der 176 Appartements geben den Blick frei auf ein zauberhaftes Stück Tessin, auf den See, die Berge, die Villen der Unterstadt.

Was auf den ersten Blick anmutet wie eine luxuriöse Wohnsiedlung, entpuppt sich als Herberge für eine in Europa neuartige Form der Hotellerie: ein gepflegter Alterssitz für Wohlbetuchte, der die Bequemlichkeit eines Luxushotels kombiniert mit individuellem Wohnstil und medizinischer Versorgung.

Das bedeutet: Für eine Monatsmiete zwischen 3800 und 5600 Schweizer Franken (umgerechnet rund 4250 bis 6630 Mark) kann sich eine alleinlebende Person (Paare kommen günstiger weg) in einem Eineinhalb- bis Dreieinhalb-Zimmer-Appartement niederlassen, es nach eigenen Vorstellungen möblieren und dabei eine Fülle zusätzlicher Leistungen in Anspruch nehmen. Täglich wird im Restaurant oder in der Wohnung eine Hauptmahlzeit serviert, wöchentlich die Wäsche gewaschen.

Gesundheitsvorsorge und Krankenpflege sind zum Teil ebenfalls die intensivere Betreuung keinen Aufpreis zu zahlen. Schwimmbad, Fitneß- und Gesellschaftsräume stehen ebenfalls allen Mietern zur Verfügung.

Entwickelt hat dieses Hochpreis-Modell die Steigenberger Consulting-Gesellschaft – ein Unternehmen, das bereits seit dem Ende der sechziger Jahre mit neuen Formen für Hotel-, Freizeit- und Tourismusplanung experimentiert.

Es hat gute Gründe, daß sich das immer schon zielgruppen-orientierte Unternehmen – zur Großfamilie zählen beispielsweise die Robinson Clubs – neuerdings speziell an die Älteren wendet. Marktuntersuchungen des Unternehmens bestätigen, daß die ältere Generation bis zum Jahr 2000 zahlenmäßig zunehmen und über steigende Kaufkraft verfügen wird.