Das mußte ja kommen, es fragte sich nur, wer den ersten Stein werfen würde. Es war Michel Jobert, einst unter Präsident Pompidou französischer Außenminister, von dem Kissinger sagte, er ermangele aller diplomatischen Qualitäten, weil er jede Gegenüberstellung in einen persönlichen Angriff ummünze. Jobert prophezeit in der International Herald Tribune: „Jetzt kommt der deutsche Schwenk nach Osten.“ „Die Deutschen“, so sagt er, „wollen ihren eigenen Weg gehen ... Es sind Leute, die glauben, sie könnten ein Geschäft mit den Russen machen und dabei die Wiedervereinigung erstehen – ganz egal wie.“

Ausgerechnet in einem Moment, in dem erstmalig in der Bundesrepublik Stimmen laut werden, die propagieren, auf Wiedervereinigung zu verzichten, um die Mauer durchlässig zu machen, behauptet Jobert, die Deutschen’würden um dieser Wiedervereinigung willen alles preisgeben. Und die europäische Armee? Jobert sagt: „Die wollen die Deutschen nicht mehr. Das würde ihre Beziehungen zu den Sowjets stören.“ Das sagt er ausgerechnet in einem Moment, in dem der Bundeskanzler die Bildung einer deutsch-französischen Brigade vorgeschlagen hat. Sein Beweis dafür, wie recht er habe: Schon vor acht Jahren habe er dasselbe gesagt.

Seine innenpolitischen Konkurrenten bespöttelte er einst mit den Worten: „Einige Jongleure halten immer ihre alten Nummern durch.“ Dff.