Ungebetene Gäste kann das Apartheid-Regime in Pretoria abweisen. Unbequemer sind die Kritiker im eigenen Land. In Dakar trafen sich weiße liberale Südafrikaner mit Vertretern der schwarzen Widerstandsorganisation ANC.

Am liebsten sieht man in Pretoria Leute, die es aus tiefster innerer Überzeugung ans Kap drängt. Herzlich willkommen waren jene neuen französischen Abgeordneten (darunter drei Vertreter der rechtsradikalen Front National), die jüngst auf Einladung der Regierung in Südafrika weilten. Wer allerdings auf eigene Faust Informationsbesuche dorthin startet, dem wird schon mal die Einreise verweigert.

Ernst Breit ist hingegen ein Besucher, den man nicht ohne weiteres an der Grenze abweisen kann. Kaum gelandet, bereitete der DGB-Chef den Mächtigen auch schon Kopfschmerzen: Er nannte internationale Sanktionen das beste Mittel, Druck auf das Apartheid-Regime auszuüben.

Breit war am vergangenen Mittwoch Gast beim Jahreskongreß der COSATU, der südafrikanischen Dachgewerkschaft. Womöglich hat Breits Teilnahme den Kollegen vor Ort Auftrieb gegeben: Etwa 50 000 schwarze Arbeiter bestreikten Mitte der Woche ihre Betriebe.

Breit reiste wieder ab, aber jene 52 liberalen weißen Südafrikaner, die sich am vorigen Wochenende mit Vertretern des verbotenen Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) in der senegalesischen Hauptstadt Dakar trafen, kamen zurück und blieben. Ihre Gespräche mit den schwarzen Politikern lösten in der rechten Presse des Landes einen Sturm der Entrüstung aus – vor allem weil die Regierung zu diesem Treffen geschwiegen hatte. Zum ersten Mal auf schwarzafrikanischem Boden hatte man sich gemeinsam an einen Tisch gesetzt, um Scheuklappen abzulegen und die Fesseln der Ignoranz und Isolation zu sprengen, erklärte einer der Initiatoren des Dialogs, der ehemalige südafrikanische Oppositionsführer Van Zyl Slabbert. Er leitet das Institut für eine Demokratische Alternative in Südafrika: Der Name als Programm. -ill