Sturmreife Bastionen

Frauen in Chefetagen sind immer noch die bestaunte Ausnahme, trotz Frauenförderplänen, -leitsätzen und -richtlinien. Doch im weltweiten Kampf um Gleichberechtigung haben die Frauen jetzt eine Bastion erobert, die bislang rein männlich besetzt war. Sie garantiert, was zum Erfolg führt: Beziehungen, Wissen, Information. Denn, das erleben wir ja tagtäglich, Kompetenz und Können ist längst nicht alles. Es geht um die feinen Clubs der feinen Herren. Ab sofort ist die geschlossene Männergesellschaft von Rotary, Lions und Kiwanis für Frauen zu öffnen. Die Vorsitzende der amerikanischen Frauenorganisation NOW, Eleanor Smeal, hört das „Totenglöckchen für die rein männlichen wirtschaftlichen Organisationen“ läuten, aber es sei gewarnt: Weitere Kämpfe stehen ins Haus. Der Rotary-Club mußte sich erst durch den Spruch des Obersten Gerichts der USA belehren lassen. Kiwanis-Präsident Frank DiNoto stellte seine Männer vor die erschreckende Alternative, „entweder die Sexschranke aufzuheben oder sich auf eine Reihe kostspieliger, und nicht zu gewinnender Prozesse einzulassen“. Die Herren vom Lions-Club lehnten noch im vergangenen Jahr die Aufnahme von Frauen ab, jetzt stimmten sie mit 77 Prozent zu. Dabei wären nur zwei Drittel der Stimmen für diese einschneidende Satzungsänderung nötig gewesen. Was ist los mit den Lions-Männern? Sie versprechen sich „eine Belebung und Bereicherung des Clublebens“.

Pipi im Bier

Viel Lob haben wir in den letzten Monaten über die Reinheit deutschen Bieres gehört. Nur Hopfen, Malz und Wasser sollen in den Gerstensaft. Nun fragt die Süddeutsche Zeitung: „Wie schlimm sind Mäusekot und -urin im Bräumalz?“ So etwas entdeckten Lebensmittelkontrolleure im Bräumalz eines bayerischen Bierbrauers und befanden: Das Malz muß weg. Der Brauer wehrte sich und fand schließlich einen verständnisvollen Richter, den es zwar während der Verhandlung ob des Gehörten grauste, der aber die Präzedenzfälle richtig zu würdigen wußte: „Es gibt eine Entscheidung, daß Wurst, die mit Milben befallen war, nach dem Waschen in Essigwasser noch verkauft werden durfte, weil es auf den ‚bestimmungsmäßigen Endzustand‘ ankomme.“ Die Kammer fand noch eine vergleichbare Entscheidung aus den 20er Jahren, sie besagt, daß „eine mitgesottene Katze nicht von vornherein ekelerregend ist“. Und der Richter gab auch zu bedenken: „Um Lagerhäuser frei von Mäusen zu halten, müßten diese doch begast werden. Oder man hält Katzen, und dann biesln die ins Getreide.“ Außerdem werde das Malz ja nochmals gereinigt und dann gekocht: „Was spielen fünf Gramm Mäuseurin auf 5000 Liter Bier für eine Rolle?“