Insgesamt haben Bund, Länder und Gemeinden im vergangenen Jahr für Sozialleistungen fast 84 Milliarden Mark ausgegeben; rund zehn Milliarden Mark mehr als noch vor fünf Jahren. Der Grund für diesen steilen Anstieg ist die wachsende Arbeitslosigkeit in den achtziger Jahren. Weil ständig mehr als zwei Millionen Menschen ohne Job waren, haben vor allem die Sozialhilfe, die Arbeitslosenhilfe und die Ausgaben für Wohngeld beträchtlich an Umfang zugenommen. Besonders getroffen hat es die Kommunen. Die von ihnen aufzubringende Sozialhilfe stieg in den vergangen fünf Jahren von 16 auf 24,4 Milliarden Mark.

Weil die derzeitige Wirtschaftspolitik in Japan und Westeuropa mehr Probleme schaffe als löse, beurteilt das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) die langfristigen Aussichten für die Weltwirtschaft als nur wenig günstig. Bis 1988 ginge es in den westlichen Industrieländern allerdings noch weiter aufwärts.

Das bundesdeutsche Tankstellennetz ist im vergangenen Jahr wieder etwas dichter geworden. Nachdem von den rund 46 000 Stationen bis Anfang 1986 mehr als die Hälfte geschlossen worden waren, stieg die Zahl der Tankstellen mittlerweile wieder auf über 20 000.

Zur vierten Preissenkung innerhalb eines Jahres entschlossen sich jetzt die führenden Kaffeeröster der Bundesrepublik. Sie versprechen sich davon eine weitere Belebung des Kaffeekonsums. Die Preise werden jetzt noch mal bis zu einer Mark pro Pfund sinken. Insgesamt wurde der Kaffee damit um vier Mark je Pfund billiger.

Die Inflation in Brasilien hat im Juni einen neuen Rekord erreicht. Allein in einem Monat verlor der brasilianische Cruzado ein Viertel seine Wertes. Die Jahresinflation kletterte damit auf 238 Prozent. Die Regierung hofft, daß sich demnächst der verordnete Lohn- und Preisstopp auswirkt.

Bundesdeutsche Firmen können sich einer Reihe chinesischer Aufträge erfreuen. Für rund 60 Millionen Mark bestellten die Chinesen moderne Telekommunikationssatelliten. Außerdem beabsichtigen sie, Telephontechnik und Computerchips zu kaufen. Über ein Stahl- und Röhrenwerk sowie ein Kraftwerk konnten sich die Geschäftspartner allerdings noch nicht einigen.