DIE ZEIT

Nadelöhr

Anfangs klang es wie ein Witz, ein schlechter zumal: Ein bundesdeutsches Unternehmen will Kernkraftwerke in die Volksrepublik China liefern, die als Gegengeschäft bundesdeutschen Atommüll in der Wüste Gobi endlagern soll.

Macht der Moral, Moral der Macht

Seitdem die Irangate-Hearings des Kongresses zwischen New York und San Francisco, Duluth und Dallas über die Fernsehschirme flimmern, werden diese Fragen auch jenseits der amerikanischen Grenzen laut.

Peking-Ente?

Käme die Nachricht aus Bonn, könnte sie unter dem Stichwort „Sommertheater“ abgelegt werden. Doch sie kommt aus China – und läßt aufhorchen.

Honecker kommt

Gewiß ist es richtig, die Erwartungen nicht allzu hoch zu spannen. Das Wichtigste an dem Besuch des DDR-Staatsratsvorsitzenden ist nicht, was er konkret erbringt; das Wichtigste ist, daß er überhaupt stattfinden kann.

Nun die Beamten?

Untertöne leiser Wehmut und gelinden Mißfallens begleiten das von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern zum Jahrhundertwerk" erklärte Schlichtungsabkommen in der chemischen Industrie.

Zeitspiegel

Nirgends auf der Welt, hatte Südafrikas Präsident Pieter Willem Botha kürzlich im Wahlkampf verkündet, könne sich die schwarze Widerstandsorganisation African National Congress (ANC) vor Vergeltung sicher fühlen.

Ein Schritt auf langer Straße

Schon ein paar Tage später hat es den Anschein, als sei rein gar nichts. Erich Honeckers Besuch, erst vor einer Woche bekanntgegeben und nur noch sieben Wochen entfernt, nimmt sich wie eine Selbstverständlichkeit aus.

Wichtige Klammer

Von dem bevorstehenden Besuch Erich Honeckers erhoffen sich manche Unternehmer, die im Handel mit der DDR engagiert sind, eine Belebung der Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten.

Erich Honecker besucht die Bundesrepublik: Keine Frontstaaten mehr

Politik ist nicht zuletzt eine Sache des richtigen Zeitpunkts. Sechs Jahre sind vergangen, bis Erich Honecker die Einladung in die Bundesrepublik endlich befolgen kann; aber im Rückblick erscheint es nicht mehr so sicher wie früher, ob die lange Verzögerung wirklich zu bedauern ist.

Beifall vom Bürger

Zwischen all den Gratulationen zum 75. Geburtstag, die Erich Honecker am 25. August ins Haus flattern, werden sich auch die Glückwünsche seiner Verwandten aus Wiebelskirchen finden.

Ost-West-Beziehungen: Querschießer

Ist Bundesverteidigungsminister Manfred Wörner wirklich nur ein „Tolpatsch, zutiefst geprägt von seiner militärischen Weitsicht“, wie es die Außenamts-Staatsministerin Adam-Schwaetzer dieser Tage formulierte, oder sagt er nur offen, was sein Dienstherr im Kanzleramt sich aus Koalitionsrücksichten nicht zu sagen traut? Niemand kann behaupten, die Wörner-Rede, unmittelbar nach der Rückkehr des Bundespräsidenten aus Moskau und zeitgleich mit der Ankündigung des Honecker-Besuchs in der Bundesrepublik, sei vom Termin her geboten oder gar notwendig gewesen.

Ben Wisch wird 65 Jahre: Weitermachen!

Wo wird sich Hans-Jürgen Wischnewski am 24. Juli aufhalten? Nur soviel läßt sich im Moment sagen: Wenn es bei seiner bisherigen Planung bleibt, dann wird er an diesem Tag, seinem 65.

Wolfgang Ebert: Neue Behutsamkeit

„Hüben wie drüben. Es steht einfach zuviel auf dem Spiel. Bundeskanzleramtsminister Schäuble hat die Parole ‚Behutsamkeit‘ ausgegeben.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Um den Bürgerkrieg zu beenden, hat Sri Lankas Präsident Junius Jayewardene den tamilischen Rebellen angeboten, ihre umkämpften Heimatprovinzen im Norden und Osten des Landes unter eine gemeinsame Gebietsverwaltung zu stellen und der Region eingeschränkte Autonomie zu gewähren.

BONNER BÜHNE: Familienbild mit Mönch

Weil Not am Mann ist, möchte die Bundesregierung prüfen, ob nicht Ausländer zur Bundeswehr einberufen werden könnten. Auf diese Weise, so ist errechnet worden, könnten bis 1995 zwanzigtausend zusätzliche wehrpflichtige Rekruten eingezogen werden.

Indien: Gandhi in Nöten

Der Sieg des von Gandhi unterstützten Kandidaten Ramaswamy Venkatamaran bei den Präsidentschaftswahlen am 13. Juli kann nicht über die tiefe Krise der Regierung in Delhi hinwegtäuschen.

Golf: Wer schießt zuerst?

Neue Wende im Krieg zwischen Iran und Irak: Der Weltsicherbetont verabschiedete einstimmig eine Waffenstillstands-Resolution, im Golf übernahm die amerikanische Marine den Begleitschutz für die ersten kuwaitischen Tanker unter US-Flagge.

Hamburg: Das alte Lied

Sollte sich bis Anfang August keine Verhandlungslösung ergeben, werde es eine solche nicht mehr geben können, erklärte der Bürgermeister nach einer eilig einberufenen Sonderberatung des amtierenden Hamburger Senats am vergangenen Dienstag.

Irangate: Zorn auf die Zeugen

Ultrarechte Kreise innerhalb und außerhalb des Ausschusses haben inzwischen eine Amnestie für Oliver North und John Poindexter gefordert, ehe ein Strafverfahren gegen sie überhaupt eröffnet wird.

Wir schalten um...

10.30 Uhr, Saal 206. Dem Karlsruher Arbeitsgerichtsdirektor, Paul Freyer, sind die Herren mittlerweile gut vertraut. Nach diesem erfolglosen Gütetermin zeichnet sich ab: der Krieg zwischen Südwestfunk-Leitung und der Redaktion der Magazinsendung Report, seit Januar voll entbrannt, fordert wohl sein erstes Opfer.

Intrigantes Milieu

ZEIT-Interview mit dem vormaligen Chefreporter und nunmehrigen Wien-Korrespondenten der ARD, Dagobert Lindlau

Blüm macht Wirbel im roten Revier

Der neue CDU-Chef in Nordrhein-Westfalen ist ein gefährlicher Herausforderer für den sieggewohnten Ministerpräsidenten Johannes Rau

Nur ein Strohfeuer?

Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg – sagt man, was nur die populäre Fassung der Feststellung des Geschichtsschreibers Leopold von Ranke ist, daß es für die Menschen nichts Überzeugenderes gibt als den Erfolg.

Bonner Kulisse

Von feiner Lebensart hat der Berliner Doppelsenator Rupert Scholz schon immer viel verstanden, so daß es nicht erst einer amtlichen Senatsdrucksache bedurfte, um das auch noch aktenkundig zu machen.

Kohle: Druckventil

Wenn die IG Bergbau den Zusammenbruch der bisherigen Kohlepolitik befürchtet, dann kommt das nicht von ungefähr. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium dringen nämlich Signale, die diesen Schluß nahelegen.

Erika Martens:: Abschied vom 19. Jahrhundert

Tarifverträge, die Geschichte schreiben – sie sind fürwahr die große Ausnahme. Normalerweise nämlich beschäftigen sich die kollektiven Vereinbarungen der Tarifunterhändler mit so profanen Dingen wie höheren Löhnen und mehr Urlaub, Weihnachtsgeld und Arbeitszeit.

Maxhütte: Notopfer

Da staunt der Laie. War nicht gerade in Bayern das Stahlunternehmen Maxhütte pleite gegangen und der maßgebliche Größaktionär Klöckner-Werke tat so, als gehe ihn das gar nichts an? Waren nicht die Stahlkonzerne von der Ruhr froh, daß endlich der verlustmachende Konkurrent verschwinden würde? Und hat nicht der Marktführer Thyssen selbst gerade in Hattingen und Oberhausen für Angst und Schrecken gesorgt, weil er Massenentlassungen beschloß.

Bauernverband: Mythos

Noch keine fünf Monate ist es her, da sah es trübe aus um die Zukunft des Constantin Freiherr Heereman von Zuydtwyck. Eine rebellische Basis drohte dem Präsidenten des Bauernverbandes fortzulaufen, Konkurrenten in der Verbandsführung begannen sich zu profilieren.

Daimler-Benz strafft die Führung: Modell mit Zukunft

Hektische Modellwechsel bereits nach wenigen Monaten – das hat es bei Mercedes-Autos noch nie gegeben. Mindestens acht Jahre, mitunter auch viel mehr, lassen die schwäbischen Autobauer schon verstreichen, bevor sie einen neuen Typ aufs Band legen.

Kapital verdoppelt

Sie haben ihr Anfangskapital im Börsenspiel der ZEIT glattweg verdoppeln können und liegen damit weiterhin unangefochten an erster Stelle.

Spekulative Phantasie

Während die Auseinandersetzungen der Fachleute darüber anhalten, ob deutsche Aktien im internationalen Vergleich nach der neuen Analysten-Formel über- oder deutsche wertet sind, geht es mit den Kursen schwankend aufwärts.

Bank und Börse: Die Tücken der Aktienanalyse

Auf dreihundert Seiten hat Paul Lerwinger in seinem „großen Buch der Aktie“ (Fortuna Verlag, Ebmatingen/Zürich, 65 Mark) zusammengetragen, wie mit allen nur denkbaren Tüfteleien die zukünftige Kursentwicklung vorausgeahnt werden kann.

Realistische Erwartungen

ZEIT: Nach der Chinareise von Bundeskanzler Helmut Kohl gab es aus der Industrie enttäuschte Stimmen über die Perspektiven des weiteren China-Geschäftes.

Hochzeit im Himmel

Einer der bekannteren Werbesprüche in Großbritannien droht sich jetzt gegen seinen Erfinder zu richten. Mit „We never forget you have a choice“ propagierte British Caledonian Airways die Vorzüge des Wettbewerbs im Kampf der Nummer zwei des britischen Luftverkehrs gegen die übermächtige British Airways.

ZEITRAFFER

Mangelnde Mobilität sei nicht das Problem des Arbeitsmarktes, diese Ansicht vertrat der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Heinrich Franke.

LÄNDER IM VERGLEICH

Im Frühsommer zeigen sich in beinahe allen Ländern geringfügige Entlastungen an den Arbeitsmärkten. Daß daraus freilich ein kräftiger Trend würde, ist leider nicht zu erwarten.

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