Männerbeine

Die taz Hamburg setzt sich beinhart mit männlicher Ästhetik auseinander:

„Warum also, mal anders gefragt, schaut nur die Frau kritisch auf sich und an sich herunter? Warum meint eigentlich der gemeine Mann, seiner Umwelt jeden Anblick zumuten zu dürfen? Warum schließlich glaubt er, hier gewiß weibliches Wohlgefallen zu finden? Von wegen Körperlichkeit und so? Von wegen!

Werte Männerschaft: Wie immer du auch durchs Leben schreiten magst – denk doch mal fünf Minuten an dies sommerliche ‚Wie‘. Schau an dir herunter und auf dich drauf und erspare uns fürderhin das Fünf-Mark-Turnhöschen, wo du eh nie Sport treibst; verzichte auf die Rettung der Rest-Jeans und nimm die Schwäche der Fasern so, wie sie gemeint ist: als Zeichen, daß die Zeit dieser Jeans abgelaufen ist. Wähle, wenn es denn sein muß, wenigstens die ‚Lang-Shorts-Form‘, die gnädig dein kräftiges oder schmächtiges Oberbein verhüllt.

Und sollte unsere verzweifelte, sanfte Mahnung unerhört verhallen – wir sind es gewöhnt –, so beherzige wenigstens diese eine Bitte: Zeige, wenn du Bein zeigst, das ganze. Sei wenigstens konsequent – und verstecke deine Füße, die zarten oder platten, nicht in grauen Socken.“

Kurzsichtig

Kostendämpfung! Kostendämpfung! Das wollte der Kurzsichtige rufen, als er jüngst Post von seinem Optiker bekam. „Herzlichen Glückwunsch!“ las er, „Ihre Brille hat Geburtstag!“ Und weiter: „Drei Jahre ist Ihre Brille jetzt schon alt. Selbst wenn sich Ihre Sehschärfe nicht verändert haben sollte, haben Sie Anspruch auf eine neue Brille. Gern überprüfen wir Ihre Sehschärfe und zeigen Ihnen zeitgemäße Fassungen und Brillengläser. Kommen Sie doch einfach mal vorbei. Auf Ihren Besuch freut sich...“ Der Kurzsichtige traute seinen Augen nicht. Kostendämpfung? Kostendämpfung? Nichts rief er; sprachlos war er.