Mangelnde Mobilität sei nicht das Problem des Arbeitsmarktes, diese Ansicht vertrat der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Heinrich Franke. Es fehlen zwei Millionen Arbeitsplätze, das sei mit Mobilität nicht zu lösen.

Eine wirksame Initiative zum Abbau der Arbeitslosigkeit forderte die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen von der Bundesregierung. Notwendig seien unter anderem mehr öffentliche Investitionen in den Bereichen Umweltschutz, öffentlicher Nahverkehr sowie Wohnungs- und Städtebaupolitik. Mit zusätzlichen Investitionen in diesen Bereichen könnten unmittelbar neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die arbeitsmarktpolitische Bilanz der vergangenen vier Jahre sei deprimierend. Trotz Wirtschaftswachstum und steigender Gewinne seien immer noch mehr als zwei Millionen Menschen arbeitslos.

Zur Zeit sieht die bundesdeutsche Industrie keinen Grund mehr zur Vorsorge für einen Produktionsanstieg. Das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung bezeichnet den Abbau der Fertigwarenbestände von vier auf 3,8 Produktionswochen von Februar bis Mai 1987 als „vorsichtige Lagerdisposition“. Parallel zu den Fertigwarenlagern seien die Rohstoffvorräte von fünf auf 4,9 Wochen abgebaut worden. Der Lagerdruck im Handel habe dagegen seit Jahresbeginn zum Teil erheblich zugenommen. Das habe den Einzelhandel zur Kürzung der Bestellpläne veranlaßt.

Die elektrotechnische Industrie, die 1983 etwa 7,6 Prozent des Umsatzes für Forschung und Entwicklung aufwendete, ist die forschungsintensivste Branche des verarbeitenden Gewerbes in der Bundesrepublik. Auf den Plätzen folgen die chemische Industrie mit 4,4 Prozent, die Autobranche mit 3,7 und der Maschinenbau mit 3,3 Prozent. Auf diese vier besonders auf den Weltmarkt orientierten Branchen entfallen mehr als drei Viertel des Forschungsaufwands der gesamten verarbeitenden Industrie, wie eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft ergab.

Als enttäuschend bezeichnet die Bauindustrie den bisherigen Verlauf des Baujahres 1987. Der Produktionsindex sei von Januar bis Mai um 8,5 Prozent gefallen. Die Entwicklung der Baunachfrage deute darauf hin, daß der Höhepunkt Ende 1986 nach eineinhalb Jahren positiver Entwicklung überschritten worden sei. Dieser Höhepunkt habe aber noch um 16,3 Prozent unter der Nachfragespitze 1980 gelegen.