Privatpersonen halten mehr Aktien – teilt der Arbeitskreis Aktie stolz mit und rechnet vor, daß der Nennwert der Depotbestände von inländischen Privatpersonen von 1980 bis 1986 um dreißig Prozent gestiegen sei und sich der Kurswert gar mehr als verdreifacht habe. Sollten die Deutschen langsam, aber sicher zu Aktionären werden? Keineswegs! In der gleichen Zeit ist das Grundkapital der börsennotierten Aktiengesellschaften ebenfalls um rund dreißig Prozent gestiegen. Abgesehen von Kapitalerhöhungen und Börseneinführungen haben die Bundesbürger also keine zusätzliche Aktie gekauft. Nach vier Jahren Börsenhausse ist das gewiß kein berauschendes Ergebnis.

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Über die Eigenkapitallücke deutscher Unternehmen ist schon viel geschrieben worden, und auch die Aufforderung, sich zusätzliche Mittel an der Börse zu beschaffen, ist nicht gerade neu. Gleichwohl wagen im internationalen Vergleich noch immer relativ wenige deutsche Firmen den Schritt an die Börse. Das, so meint Ulrich Fritsch, Geschäftsführer des Arbeitskreises Aktie, liege zu einem guten Teil auch daran, daß besonders mittelständische Unternehmen nur wenig über die Vorzüge einer Aktienemission und die konkreten Schritte bis zur Börseneinführung wissen. Sein Buch der Börseneinführung soll da Abhilfe schaffen. Darin wird die Situation auf dem deutschen Aktienmarkt ausführlich beschrieben, und es wird gezeigt, was Firmen zu tun haben, die eine Publikums-Aktiengesellschaft werden wollen. Das Buch ist im Verlag Otto Schmidt erschienen und kostet 48 Mark. bm