Von Roland Kirbach
Professor Sidney Pollard, Absolvent der renommierten London School of Economics, lehrt seit sieben Jahren Wirtschaftsgeschichte an der Universität Bielefeld. Gleichsam in zweifacher Hinsicht, als Brite wie als Wirtschaftshistoriker, beschäftigt er sich so mit einem Begriff, der demnächst hundert Jahre alt wird: "Made in Germany". Die zum weltweiten Gütesiegel avancierte Herkunftsbezeichnung ist nämlich keine deutsche, sondern eine englische Erfindung. Im sogenannten Merchandise Marks Act (Handelsmarken-Gesetz) vom 22. August 1887 verfügte das britische Parlament, ausländische Produkte seien fortan mit einem Hinweis auf ihr Ursprungsland zu versehen. Die als Diskriminierung gedachte, protektionistische Bestimmung, hinter der unausgesprochen die Aufforderung buy british stand, verfehlte ihren Zweck jedoch total. "Die Maßnahme hat sofort gegenteilig gewirkt", sagt Professor Pollard und kann ein Kichern nicht unterdrücken.