Die Erdwärme im oberen Rheintal soll durch ein neuartiges geothermisches Energiegewinnungssystem mit zirka zehn Megawatt Leistung erschlossen werden, teilte das Bundesforschungsministerium Ende Juli mit. Im Elsaß ist in einem alten Erdölfeld bei Soultz-Pechelbronn mit entsprechenden Bohrungen bereits begonnen worden. Deutsche und französische Wissenschaftler rechnen mit Gesteinstemperaturen von 200 Grad Celsius in 1900 Meter Tiefe. Dies sind gute Voraussetzungen für die Erzeugung elektrischen Stroms, aber auch zur Nutzung als Raumheizung. Das Verfahren erlaubt die Wärmeentnahme aus trockenen, heißen Gesteinen und wurde schon in den USA und England getestet. Dabei zirkuliert in die Erde gepumptes Wasser in einem künstlich erzeugten Netzwerk von Rissen durch das heiße Gestein und fördert die Energie nach oben. HST

Einen Mann mit weiblichem Chromosomensatz hat ein amerikanisch-finnisches Forscherteam entdeckt. Während normalerweise Frauen zwei X-Chromosomen, Männer dagegen ein X- und ein Y-Chromosom aufweisen, war der untersuchte Mann eindeutig Träger von zwei X-Chromosomen. Des Rätsels Lösung ist laut Nature (Bd. 328, S. 437), daß offenbar eines der beiden X-Chromosomen des Doppel-X-Mannes genau jenes Stück Erbsubstanz enthält, das bei Männern dafür sorgt, daß aus den Fortpflanzungsorganen Hoden und keine Eierstöcke entstehen. Die Übertragung dieses entscheidenden Gens sei durch Austausch von Erbmaterial zwischen X- und Y-Chromosom während der Bildung jener väterlichen Keimzelle erfolgt, die zur Zeugung des Doppel-X-Mannes führte. Die Wissenschaftler hoffen, dank ihrer Entdeckung das hoden-bestimmende Gen und andere geschlechtsspezifische Erbfaktoren nun auf den X- und Y-Chromosomen lokalisieren zu können. HST

Die besten Umweltreporter werden in einem Wettbewerb der Zeitschrift Kosmos (7000 Stuttgart 1, Postfach 6 40) gesucht. Bis zum 31. Dezember können Teilnehmer jeden Alters ihr maschinengeschriebenes Manuskript von höchstens fünf Seiten Umfang (jeweils maximal 30 Zeilen à 60 Anschläge) einsenden. Eine unabhängige Jury wird über die Vergabe von drei Preisen im Gesamtwert von 10 000 DM entscheiden, die voraussichtlich im März ’88 von Umweltminister Töpfer übergeben werden. HST