Ohne konkrete Ergebnisse ist in Genf die siebte Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (Unctad) zu Ende gegangen. Bemerkenswert immerhin, daß sich Nord und Süd dabei auf ein gemeinsames Schlußkommunique einigen konnten, daß es gemeinsame Aussagen zur Linderung der Schuldenlast der Dritten Welt gab und die Liberalisierungsrunde im Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (Gatt) ausdrücklich unterstützt wurde.

Aber sonst? Es wird auf absehbare Zeit auch weiterhin keinen gemeinsamen Rohstoffonds der Unctad geben. Der nötige Anteil der Zeichnerstaaten in der Organisation wurde knapp verfehlt. Schnell verflogen ist die Euphorie der Entwicklungsländer, die sich eingestellt hatte, nachdem die Sowjetunion überraschend den Vertrag über den Fonds gezeichnet hatte. Die Verbündeten der Sowjetunion verzichteten mit Ausnahme Bulgariens darauf, ihrer Führungsmacht zu folgen und dadurch dem vom Westen wenig geliebten Fonds zur Stabilisierung der Rohstoffpreise zum Durchbruch zu verhelfen. Illusionslos fahren die Vertreter der Entwicklungsländer von Genf wieder nach Hause. Die Rezepte der siebziger Jahre – etwa der Rohstoffonds – werden gar nicht mehr oder nur noch halbherzig verfolgt. Bei den „neuen“ Methoden, der Rückbesinnung auf die Kräfte des Marktes, machen sich deren Protagonisten, die westlichen Industrieländer, durch Protektionismus im eigenen Haus unglaubwürdig. pp