Einer ziert sich noch: Wenn der Heinrich Bauer-Verlag sich endlich durchringt, beim privaten TV-Sender RTL plus einzusteigen, dann haben die Luxemburger Programmacher ihre Gesellschafter komplett. Als vorletzter Neuzugang konnte in der vergangenen Woche der Offenburger Burda-Verlag gewonnen werden.

Als RTL-plus-Gesellschafter grüßen nun die Compagnie Luxembourgeoise de Telefusion (CTL) mit 46,1 Prozent, die Bertelsmann-Tochter ufa Film- und Fernseh GmbH mit 38,9 Prozent, die Essener WAZ-Gruppe (zehn Prozent), die Frankfurter Allgemeine Zeitung (ein Prozent) sowie Burda (zwei Prozent).

Zwar bleiben auch für Bauer gerade noch Anteile von zwei Prozent, doch für die RTL-plus-Gesellschafter ist der Hamburger Zeitschriften-Verlag besonders wertvoll, kann er doch im harten Kampf um Kabelfernsehen seine auflagenstarken Programmzeitschriften einsetzen.

Voller Neid mußten die RTLplus-Gesellschafter bisher auf die private Konkurrenz SAT 1 schauen, deren wichtigster Gesellschafter Springer seine Massenblätter von Bild bis Hörzu vor allem zum Wohle des SAT-1-Programms einzusetzen wußte.

Mit Burda und Bauer landen ausgerechnet zwei Verlage bei RTLplus, die zu den Gründern von SAT 1 zählten. Verärgert über beträchtliche Verluste und rüden Umgang hatten sie Ende vergangenen Jahres dem Mainzer Privatsender den Rücken gekehrt; im Sommer 1986 war die FAZ aus ähnlichen Gründen ausgeschieden.

Mit Hilfe der Neuzugänge konnten die Luxemburger ihr Image liften. Galten sie unter der Werbekundschaft stets als „ausländisch“ und „links“, so ist nun an einem „deutschen“, politisch „neutralen“ Image nicht zu deuteln.

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