Souverän und kleinlich

Alle Jahre wieder stellt der britische Premierminister eine Honour List zusammen, um zu adeln, wem Adel gebührt. Diesmal entledigte sich Margaret Thatcher bekannt souverän, aber auch bekannt kleinlich der angenehmen Aufgabe. Der letzte Labour-Premier James Callaghan und auch Roy Jenkins, mittlerweile Präsident der Universität Oxford, sind jetzt Peers. Fünf ehemalige Thatcher-Minister, darunter die als „Weichlinge“ abgebürsteten Francis Pym und James Prior, ziehen ebenfalls als Lords ins Oberhaus. Soweit keine Überraschungen. An Großmut mangelte es der Eisernen Lady offensichtlich in einem anderen Fall. Enoch Powell, der umstrittene, brillante, streitsüchtige Kopf der britischen Rechten, ging wieder leer aus. Vor allem in Sachen Irland war er notorisch ganz anderer Meinung als die Premierministerin. Das hat sie ihm nicht verziehen.

In Treue fest

In den Vereinigten Staaten halten fast 90 Prozent aller Ehen. Meinungsumfragen der Gallup Organization und anderer Institute ergaben, daß junge Amerikaner wieder gerne in den Hafen der Ehe einlaufen und ältere, bereits verheiratete Bürger zu ihrem Trauschein stehen: 85 Prozent der Befragten würden ihre derzeitigen Gatten noch einmal ehelichen. Frauen stellen allerdings gegenüber früher andere Erwartungen an die gemeinsame Zeit nach dem Ja-Wort; 63 Prozent wollen nicht nur Kinder bekommen und erziehen, sondern auch Karriere machen. Stellt sich die Frage, wer dann den Haushalt versorgt, denn 41 von 100 verheirateten Amerikanerinnen geben zu Protokoll, daß sie ganz allein in der Küche stehen. Am Spültisch blieb (fast) alles beim alten.

Auf Staatskosten

Statussymbole sind auch in der Sowjetunion gefragt. Hochrangige Beamte lassen sich zum Beispiel gern auf Staatskosten in einer der 40 000 schwarzen Wolga-Limousinen durch die Straßen Moskaus kutschieren. Die Nobelkarossen dienen oft auch den Ehefrauen beim Shopping oder für den Transport der Kinder zur Schule. Derweil muß sich die weniger privilegierte Bevölkerung in die überfüllten 22 000 Busse der Metropole zwängen. Für den Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes fehlt vor allem erfahrenes Personal. Die Wolga-Chauffeure lassen sich nur ungern abwerben. Zwar verdienen sie weniger als ihre Bus führenden Kollegen, doch die Differenz ist leicht auszugleichen – durch Schwarzarbeit als private Taxifahrer.

Lebens-Meditation

Der Streß am Arbeitsplatz scheint unerträglich: Die japanischen Behörden sind ernsthaft besorgt über die wachsende Zahl von Selbstmördern im öffentlichen Dienst, so sehr, daß sie eine Selbstmord-Verhinderungs-Broschüre veröffentlicht haben. Sie trägt den beziehungsreichen Titel: „Wie geistige Gesundheit am Arbeitsplatz erhalten werden kann“. Auch in Japan trifft’s nicht die Brüder Leichtfüße, sondern gerade die „Seriösen, Strengen und Ernsthaften“. Ihnen empfiehlt die Personalbehörde transzendentale Meditation, wobei nicht ganz klar wird, ob sie am Arbeitsplatz, während der Dienstzeit, praktiziert werden soll.