Bank für Gemeinwirtschaft verkauft Aur Resources mit 95 Prozent Gewinn

Von Reinhold Rombach

Die Wertentwicklung des Commerzbank-Depots im ZEIT-Börsenspiel übersteigt alle Erwartungen. Mit einem Gewinn von 127 437 Mark auf das Startkapital von hunderttausend Mark erreichen die Wertpapierexperten des Frankfurter Geldhauses nach nur sieben Monaten ein ausgezeichnetes Ergebnis. Chefstratege Jörg G. Grünberg und dessen Analystenteam wagen sich bereits an die Viertelmillion heran.

Der Gewinnzuwachs ist letztlich das Resultat einer flexiblen Anlagepolitik; dies wird durch die Transaktionen der vergangenen vier Wochen besonders deutlich. Bereits zur Monatsmitte wurde der US-Ölwert Amerada Hess auf dem Höhepunkt des Golfkrieges für 41,25 Dollar (Wechselkurs 1,833 Mark) abgestoßen. Durch den sichergestellten Gewinn erhöhte sich das Anfangskapital um 20 585,64 Mark. Damit war ein Betrag von 83 867,64 Mark frei, den die Frankfurter Geldmanager in den Linde-Optionsschein von 1984 zum Stückpreis von 428 Mark investierten. Vergangene Woche notierte das Papier bereits bei 470 Mark; das entspricht einem fast zehnprozentigen Gewinn in nur drei Wochen.

Nachdem die Commerzbank-Mannschaft den deutschen Börsen eine Zeitlang abwartend gegenüberstand, engagiert sich das Team mittlerweile wieder am inländischen Markt, weil für hiesige Dividendenpapiere wieder steigende Kurse vermutet werden, „wir sehen den Dollar bis zum Jahresende eher bei zwei Mark; das sollte gerade den exportabhängigen und bisher vernachlässigten Maschinenbautiteln zugute kommen – wenn die Zinsen einigermaßen halten“, begründet Jörg G. Grünberg die Investitionsentscheidung für den Optionsschein.

Linde ist ein international operierender Maschinen- und Anlagenbauer mit einem Welt-Jahresumsatz von 3,9 Milliarden Mark. Für das laufende Geschäftsjahr dürfte ein Gewinn je Aktie von 38 Mark erwirtschaftet werden. Das Kurs-/Gewinnverhältnis (KGV) von etwa zwanzig zeigt jedoch, daß die Aktie bereits angemessen bewertet wird. Das Papier ist allenfalls als solide, langfristige Anlage einzustufen. Interessant ist der Optionsschein vor allem wegen seines geringen Aufgeldes von nur 0,8 Prozent im Vergleich zum direkten Kauf der dazugehörigen Aktie.

Ebenfalls zur Monatsmitte veräußerte das Commerzbank-Team den britischen Rohstoffwert Rio-Tinto Zinc (Verkaufskurs 37,20 Mark) noch rechtzeitig vor den enormen Kurseinbrüchen am Londoner Markt und dem Rückgang des Goldpreises auf zuletzt 456 US-Dollar. Mit dem Ertrag von immerhin 13,76 Prozent auf das eingesetzte Kapital konnte dann ein Betrag von 66 085 Mark für den zweitgrößten niederländischen Einzelhandelswert Ahold eingesetzt werden. Die Aktie notiert derzeit nahe ihres Höchststandes von etwa 110 holländischen Gulden, das entspricht einem Kaufpreis von 98 Mark an der Düsseldorfer Börse. Trotz ausgezeichneter Geschäfte in Nordamerika und einem fortschreitenden Ausbau des Marktanteiles ist deshalb die Phantasie für Ahold begrenzt: die Aktie ist mit einem KGV von 15,6 eigentlich schon gut bezahlt.