Die Giganten im heimischen Zeitschriftengeschäft kämpfen verstärkt um Auslandsmärkte

Von Gunhild Freese

Sie heißt Prima und ist ein buntes Blatt für Frauen, das ihre Leserinnen jeden Monat mit Mode und Handarbeiten, Garten- und Gesundheitstips, Koch- und Kosmetikrezepten, Freizeit- und Reisevorschlägen unterhält, und als Beigabe gibt es stets einen Fertigschnittbogen. Im September 1986 ging Prima in Großbritannien an den Start. In diesem Juni wurden erstmals eine Million Hefte davon verkauft – eine der erfolgreichsten Neueinführungen am britischen Zeitungsmarkt.

Auch in Frankreich gibt es eine Prima zugeschnitten nach dem gleichen Muster, passend für Damen mit eher mittelmäßigen Ansprüchen. Im Oktober 1982 startete das französische Blatt – auch hier ein Bestseller mit einer Auflage von nun über 1,4 Millionen Exemplaren.

Deutsche Leserinnen können seit Januar vergangenen Jahres gleichfalls zur Prima greifen, wenn es sie nach der bunten Mixtur gelüstet. Knapp 655 000mal wird das Blatt allmonatlich verkauft – bemerkenswert oft angesichts des dicht besetzten, hart umkämpften bundesdeutschen Blätterwaldes.

Die drei Prima-Schwestern sind von gleicher Strickart: übersichtlich, leicht lesbar, mit hohem Nutzwert; Doch identisch sind sie nicht. Denn jede der drei Versionen ist speziell auf die Bedürfnisse und Eigenheiten ihrer nationalen Leserinnen ausgerichtet, gemacht von Journalisten des jeweiligen Landes.

Der Verlag aber, der die bunten Blätter gleichen Namens herausgibt, sitzt in Hamburg: der zur Bertelsmann-Gruppe gehörende Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr (Objekte: stern, Brigitte, Capital, Schöner Wohnen, Essen & Trinken Seit 1978 schon tummeln sich die Hamburger auf fremden Märkten. Mit dem Start von Prima in Frankreich wurde eine neue, expansive Phase im Auslandsgeschäft eingeleitet.