Edinburgh, schottische Hauptstadt mit 400 000 Einwohnern, will endlich mit den Schwesterstädten Glasgow und Aberdeen gleichziehen und plant derzeit ein neues Konferenz- und Ausstellungszentrum. Es soll 50 bis 60 Millionen Mark kosten, Konferenzen mit bis zu 1200 Teilnehmern Platz bieten und, wenn nötig, in drei Hallen unterteilt werden können. Bis dieses ehrgeizige Projekt fertiggestellt sein wird, müssen die vorhandenen Tagungsstätten ausreichen. Einige bieten immerhin Raum für 500 Personen.

Rund 500 Konferenzen zieht Edinburgh bereits jetzt in jedem Jahr an. Sie werden in dem 1985 eröffneten Scottish Centre, Shandwick Place, am Westend der Princes Street (bis zu 250 Personen), und in verschiedenen Hotels abgehalten. Zu den um die 200 Zimmer großen gastronomischen Etablissements mit Tagungsräumen, die alle die üblichen technischen Einrichtungen bieten, zählen das „Caledonian“, das „Carlton Highland“, das „George“, das „Sheraton“, das „North British“ und das „Post House“. In besonderem Maße zieht die sehenswerte Stadt auch Incentive-Gäste an.

Glasgow hingegen hat gleich 17 Drei- und Vier-Sterne-Hotels, die über 2000 Betten verfügen (7000 sind es insgesamt im weiteren Umkreis), zum Teil höchsten Ansprüchen genügen und ebenfalls Tagungsmöglichkeiten offerieren. Aber die mit 745 000 Einwohnern größte schottische Stadt ist vor allem stolz auf ihr vor zwei Jahren eröffnetes Scottish Exhibition and Conference Centre, Finnieston. Es umfaßt fünf sich einander anschließende Hallen, die größte bietet Platz für 10 000 Besucher. Hier stehen Kabinen für Simultanübersetzungen in vier Sprachen zur Verfügung, die Lichtanlage ist angeblich die beste ihrer Art in Europa. Ergänzt werden die Hallen durch fünf Bars und zwei Restaurants. Das Ausstellungs- und Tagungszentrum befindet sich im ehemaligen Dockgelände gleich am Clyde, viel Stahl und Glas neben dicken Rohren im Inneren erinnern an ein Fabrikgebäude. Aber die Architektur des Geländes paßt gut in das industrielle Glasgow.

Auch sonst sind die Stadtväter voller Pläne. Zwischen dem Zentrum und dem Fluß wird unter der Regie von Forum Hotels International ein Vier-Sterne-Hotel mit 300 Gästezimmern errichtet. Der Bankett- und Konferenzkomplex soll bis zu 1200 Personen Platz bieten.

Das Glasgower Exhibition and Conference Centre hat rund 140 Millionen Mark gekostet, zehnmal so viel wie jenes in Aberdeen, Schottlands drittgrößter Stadt, die 200 000 Einwohner zählt. Das Aberdeen Exhibition and Conference Centre umfaßt neben Empfangs- und Administrationsräumen zwei Ausstellungshallen von 8000 beziehungsweise 1600 Quadratmetern und zwei Konferenzsuiten.

Den größten Besucherstrom erlebt Aberdeen, das administrative Zentrum der Nordsee-Ölförderung, wenn die Ölmesse stattfindet: Seit 1977 alle zwei Jahre. „Offshore Europe“ ist die größte Ausstellung für die Ölwirtschaft in Europa, sie findet in diesem Jahr in der Zeit vom 8. bis 11. September statt. Viermal wurde sie mehr oder weniger provisorisch in „Zelten“ abgehalten. Im Herbst 1985 gaben sich erstmalig die wichtigsten mit Ölindustrie und Gastechnologien verbundenen Unternehmen ein Stelldichein in dem damals funkelnagelneuen Aberdeen Centre. Julie Stewart