Der bisher größte Streik in der Geschichte Südafrikas hat die meisten Goldminen und Kohlegruben des Landes stillgelegt.

Cyril Ramaphosa, Generalsekretär der südafrikanischen Bergarbeitergewerkschaft (National Union of Mineworkers – NUM), ist zuversichtlich: „Der Kampf um den Lohn zum Leben hat jetzt ernsthaft begonnen.“ 340 000 von 360 000 Mitgliedern traten nach Angaben des Gewerkschaftsführers am Montag in den Streik; in 44 Goldminen und Kohlegruben sei die Förderung eingestellt worden.

Die NUM‚ größte Einzelgewerkschaft im Dachverband Cosatu, fordert Lohnerhöhungen von 30 Prozent, eine Gefahrenzulage und eine Verlängerung des Jahresurlaubs von 14 auf 30 Tage. Die Bergwerkskammer hatte Lohnerhöhungen zwischen 15 und 23,4 Prozent zugestanden.

Der Streik der schwarzen Bergleute trifft Pretoria empfindlich. Kohle und Gold machen 80 Prozent der südafrikanischen Exporte aus. Allein der Goldausfuhr verdankt das Apartheid-Regime über die Hälfte aller Deviseneinnahmen.

Am Tag des Streikbeginns hob das Parlament in Kapstadt ein Gesetz auf, das die schwarzen Bergleute erheblich benachteiligte. Künftig sollen auch sie den „Sprengschein“ erwerben und sich auf die bisher den Weißen vorbehaltenen, besser bezahlten Facharbeiterstellen bewerben dürfen. M. N.