Weniger pessimistisch als bisher sehen die Firmen des verarbeitenden Gewerbes der Bundesrepublik in die nahe Zukunft. Die Geschäftslage im Juni wurde als befriedigend bezeichnet, wie ein Konjunkturtest des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung ergab. Die Aussichten für das nächste Halbjahr wurden wegen günstigerer Exportchancen weniger pessimistisch eingeschätzt als noch im Mal

Einen etwas schwächeren Auftragseingang registrierte die Industrie der Bundesrepublik im Juni. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums gingen die Bestellungen preis- und saisonbereinigt um ein Prozent zurück. Die Inlandsbestellungen schwächten sich um zwei Prozent ab, die Auslandsorders hatten einen Zuwachs von 1,5 Prozent. Im Zweimonatsvergleich Mai/Juni gegenüber März/April gab es keine Veränderungen.

Industrie und Bergbau in der Bundesrepublik haben im ersten Halbjahr 716,7 Milliarden Mark umgesetzt. Das waren 1,8 Prozent ein Jahr zuvor. Nach amtes war dieser Rückgang preisbedingt, denn die Erzeugerpreise seien um 1,7 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Beschäftigten lag um 24 256 oder 0,3 Prozent höher als im ersten Halbjahr 1986.

Deutlich weniger Unternehmen als noch vor einem Jahr sind in der ersten Jahreshälfte 1987 gescheitert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in den ersten sechs Monaten von den Amtsgerichten 9236 Insolvenzfälle gemeldet, 6445 davon waren Unternehmen. Die Höhe der Forderungen blieb allerdings mit 6,1 Milliarden Mark gleich. Für die im Jahre 1985 durch Zusammenbrüche von Firmen und Privatpersonen entstandenen Verluste ermittelte das Statistische Bundesamt jetzt einen Wert von rund fünfzehn Milliarden Mark.

Am Jahresende wird die Zahl der Arbeitslosen um 100 000 höher sein als Ende 1986, das prognostizierte das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung. Der üblicherweise im Herbst erreichte Tiefpunkt der Arbeitslosenzahl sei bereits Ende Juni mit 2 097 000 erreicht worden. Statistischen Bundes-