Was soll er denn machen, dieser kurzhaarige Hund, zum Hochwerfen zu schwer, auf dem Schoß eines Typs, der mit ihm auf einer Steintreppe an der Nebenfront eines Warenhauses seine Zeit abdöst, mindestens sieben Stunden täglich?

Der Hund hat seine Schnauze unter die rechte Achselhöhle gesteckt, und sein Hinterteil ist wie tot. Der Typ hat auch noch einen Hut auf, speckig ist der, und draufgetreten hat er wohl auch schon mal. Seinen Bart läßt er wuchern, doch zu lang darf er ja nicht werden, sonst kitzelt er den Hund. Wie der Typ wohl aussieht, wenn er aufsteht und seinen Mantel mit Pelzkragen vorführt?

Er bleibt sitzen, die Mottenlöcher kriegen genug Luft, und gleichmäßig ist die Wärme für ihn und den Hund. Springstiefel trägt er. Wenn der Hund vom Schoß hopst, macht er nur was Kleines und schleicht zurück. Das sieht der Typ sich an, und dann auch die Pfoten, und dann gehen seine Blicke hinter Leuten her, reichen aber höchstens bis in die Kniekehlen.

Fliegen läßt er in Ruhe, aber manchmal tritt er fest zu; dann hat er irgendwas unter den Stiefeln oder es kribbelt. Wenn jemand vor ihm stehenbleibt, rührt er sich nicht und wartet. Sein Kopf geht ein bißchen höher, daran sieht man es. Und wird er dann gefragt, warum der Hund so daliegt, faßt er in die Manteltasche und schnappt sich einen Hundedrops, und sein Hund zieht die Schnauze unter der Achselhöhle heraus, schnuppert und kriegt das Bonbon.

Von wegen Bonbon. Das ist eine Tablette, und erst hinterher kommt was Süßes. Der Hund braucht Tabletten, weil er Epileptiker ist, sagt der Typ, bei Anfällen Schaum vorm Mund hat, wie ein Mensch, aber unter der Achselhöhle passiere nichts, auch im Sitzen und Liegen nicht.

Der Hund hat seine Portion im Schlund, und die Schnauze will wieder an die warme Stelle zurück, und der Typ macht das Nicken mit den Wimpern und hört genau zu, was die Leute sagen. Sie sagen, daß sie auch Tierfreunde sind ...

Pausen machen die beiden auch. Dann gibt’s Hundekuchen, und der Typ beißt auch mal ab, wenn man gerade zusieht. Einen Satz hat er sich gemerkt, und den flüstert er auch noch dem Hund zu: „Der Mann lebt nur für seinen Hund und hat sonst nichts auf der Welt.“ Knurrt der Hund dann? Oder macht der Typ das nach?

Sonst sagt der Typ jedenfalls nichts und läßt das Geld, das man ihm in den Schoß wirft, runterfallen. Die Leute heben es dann auf und drücken es ihm in die Hand, und er schiebt es in seine Manteltasche wie jemand, der Wechselgeld zurückkriegt und nicht damit gerechnet hat. Unter fünfzig Mark geht kein Tag für ihn rum, und austreten muß er auch nicht.