Die Bundesbürger bauen auf die Sicherheit: Die Ausgaben der privaten Haushalte und der Wirtschaft für den Versicherungsschutz stiegen nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft 1986 um 6,1 Prozent auf 115,8 Milliarden Mark. Anders als im Vorjahr blieb der Beitragszuwachs erstmals nach dreißig Jahren frei von inflationären Einflüssen. Das Beitragswachstum der Mitgliedsunternehmen des Verbandes, die etwa 94 Prozent des Marktes repräsentieren, wurde im vergangenen Jahr stärker von der Personenversicherung getragen. Lebens-, Kranken- und Unfallversicherung erhöhten ihre Umsätze um 7,5 Prozent auf 61,6 Milliarden Mark. Die Schadenversicherer steigerten ihr Geschäft um 3,9 Prozent auf 46,6 Milliarden. Nach Einschätzung des Verbandes sind immer mehr Bundesbürger bestrebt, ihre Altersversorgung mit zusätzlichen Eigenanstrengungen abzusichern.

Eine Billion Mark, das schätzt die Deutsche Bundesbank, haben die Bundesbürger in den Jahren 1981 bis 1985 auf die hohe Kante gelegt. Das waren rund sechzig Prozent mehr als in der ersten Hälfte der siebziger Jahre. Als Hauptmotiv für das Sparen macht die Bundesbank den Wunsch nach den eigenen vier Wänden aus. So steckten die deutschen Haushalte in der ersten Hälfte der achtziger Jahre brutto rund 420 Milliarden Mark in den Kauf von Grundstücken, Häusern und Wohnungen sowie in Umbau und Modernisierungen. Im gleichen Zeitraum der siebziger Jahre waren es erst 200 Milliarden. Der überwiegende Teil der Steigerung freilich ist preisbedingt. Denn die Wohnungsbaupreise kletterten im gleichen Zeitraum um siebzig Prozent. Mehr Mittel als in die eigenen vier Wände verwenden die Deutschen für die reine Geldanlage: 626 Milliarden in den Jahren 1981 bis 1985.