ZEIT: Umweltbelastung und umweltfreundliche Produkte beschäftigen die Öffentlichkeit. Dennoch werfen Sie dem Verbraucher vor, gar nicht so umweltbewußt zu handeln, wie er eigentlich könnte. Wie kommen Sie zu diesem Vorwurf?

Hüttenrauch: Wenn man die Treibgase in den Spraydosen als Beispiel nimmt, die Fluorchlorkohlenwasserstoffe, von denen bekannt ist, daß sie die Ozonschicht der Erde zerstören, dann hat der Verbraucher, selbst wenn er es wollte, gar nicht die Möglichkeit, sich umweltbewußter zu verhalten. Er kann nicht wissen, welche Treibgase in den Dosen sind. Die Stiftung Warentest will künftig über die Beschaffenheit der Treibgase in den einzelnen Spraydosen regelmäßig informieren.

ZEIT: Mangelhafter Umweltschutz, weil der Verbraucher zuwenig weiß?

Hüttenrauch: Ja, auf vielen Gebieten hat der Verbraucher zuwenig Informationen.

ZEIT: Es gibt ein anderes Beispiel: das bleifreie Benzin. Viel zu wenige Konsumenten sind bisher umgestiegen. Hier ist der Verbraucher aber doch informiert.

Hüttenrauch: Ja, er ist informiert, aber ich denke, da wird auch etwas verdrängt. Wenn der Verbraucher auf die gesundheitlichen Folgen durch das Blei genauso reagieren würde wie jüngst auf die Fadenwürmer im Fisch, dann wäre das für den Umweltschutz eine ganz hervorragende Sache. Die Fadenwürmer haben den Verbraucher fast in Panik versetzt. Beim Blei tut er dagegen so, als ob dieses etwas sei, worüber man vielleicht mal nachdenken könnte.

ZEIT: Dabei hat der Gesetzgeber das bleifreie Benzin noch verbilligt gegenüber dem verbleiten Benzin. Ist die Preisdifferenz zu gering?