Rauchen und Alkoholismus verbindet neben psychosozialen Einflüssen möglicherweise ein weiterer Faktor, nämlich Cadmium, das im Zigarettenrauch enthalten ist. Laut Dr. Jack Nation von der Texas University löst Cadmium ähnlich wie Blei Angstzustände bei Menschen und Tieren aus. Nation hat festgestellt, daß mit einer cadmiumhaltigen Kost ernährte Ratten beginnen, Alkohol reinem Wasser vorzuziehen. Ratten meiden normalerweise Alkohol. Offenbar lernen die Tiere rasch, daß Alkohol die Angst dämpft. Cadmium tritt nicht nur im Tabakrauch, sondern durch Umweltverschmutzung und Düngung zunehmend auch in der Nahrungskette auf. HST

Humor fördert Kreativität und Produktivität, sagt die Psychologin Dr. Alice M. Isen von der University of Maryland in Baltimore. So konnte sie feststellen, daß die Kreativität von Versuchspersonen deutlich höher war, wenn sie gerade einen lustigen Film gesehen hatten. Sie lösten dann zum Beispiel deutlich schneller das Problem, eine Kerze mittels Heftzwecken so an einer Korkwand zu fixieren, daß sie nicht tropft – indem sie kurzerhand die Schachtel für die Zwecken an die Wand hefteten und als Kerzenhalter entfremdeten. „Unerfreute“ Zeitgenossen waren dagegen, meist Opfer einer „funktionalen Fixiertheit“, das heißt, sie tendierten dazu, die vorgelegten Objekte nur ihrer üblichen Bestimmung gemäß zu verwenden.

Der Psychologe David Abramis von der California State University in Long Beach stellte laut New York Times bei der Untersuchung von 382 Personen fest, daß jene am erfolgreichsten waren und mit ihren Kollegen am besten auskamen, die in ihrer Arbeit auch Spaß sahen. Eine wichtige Quelle hierfür war das Scherzen mit Kollegen.

Daß Humor Kindern das Lernen erleichtert, stellt Dr. Dolf Zillman im Handbook of Humor Research (Springer Verlag) fest. Er warnt allerdings vor Ironie, die junge Kinder meist nicht verstehen und empfiehlt, möglichst über Dinge zu witzeln, die nicht gerade Lerngegenstand sind. Bei Jugendlichen und Studenten hingegen kommen bezugsfremde Scherze eher schlecht an. Generell kommt dem gemeinsamen Lachen eine wichtige soziale Funktion zu, indem es einen unausgesprochenen Konsens signalisiert, insbesondere bei „heiklen“ Themen. HST

Den Salmonellen droht ein Zweifrontenkrieg: Zum ersten haben Wissenschaftler einer schwedischen Pharmafirma neuartige Antibiotika entwickelt, die Salmonellen und verwandten Bakterien den Garaus machen, indem sie ein Enzym hemmen, das spezifische Zellwandbestandteile aufbaut. Da diese gramnegativen Bakterien den hemmenden Wirkstoff normalerweise nicht aufnehmen, haben die Forscher eine Art Trojanisches Pferd ersonnen: Sie koppelten ihn an kurze Peptide, die die Bakterien als Nahrung benötigen und aktiv durch ihre Zellwand schleusen.

Zum zweiten wurde an der Washingtoner Universität ein Impfstoff gegen Salmonellen mit gentechnischen Methoden hergestellt. Biologen entfernten aus einem Salmonellenstamm zwei Gene, die für die Bakterien zum Gedeihen im menschlichen Körper notwendig sind. Die solcherart „entschärften“ Salmonellen machen nicht krank, aktivieren jedoch das Immunsystem. Salmonellen sind eine der Hauptursachen von Nahrungsmittelvergiftungen und kommen besonders häufig in Geflügel und Milchprodukten vor. H. E.

Gefährliche Gifte im Altöl können jetzt mit einem neuen Verfahren der Firma Degussa unschädlich gemacht werden. Altöl, von dem jährlich in der Bundesrepublik rund 500 000 Tonnen anfallen, enthalten häufig hochgiftige chlorierte Kohlenwasserstoffe, insbesondere PCB, aber auch die berüchtigten Dioxine und Dibenzofurane, die üblicherweise eine teure Verbrennung bei sehr hohen Temperaturen erforderlich machen. Nach der neuen Aufarbeitungsmethode wird dem Altöl feinverteiltes metallisches Natrium zugesetzt. Dieses „entreißt“ den chlorierten Kohlenwasserstoffen das Chlor und bildet Kochsalz (NaCl). Dabei werden die Gifte zerstört. HST