Spanien schlägt alle Rekorde. Mit den in diesem Jahr erwarteten 50 Millionen Touristen avanciert die Iberische Halbinsel zum Urlaubsland Nummer eins in Europa.

Mit rund 14 Milliarden Dollar Deviseneinnahmen erwirtschaftet der Tourismus nicht nur zwei Drittel des spanischen Zahlungsbilanzüberschusses, sondern zum ersten Mal schickt sich Spanien auch an, den USA auf dem Gebiet der Deviseneinnahmen den Rang abzulaufen, denn schon zur Jahresmitte liegen die Einnahmen um vier Prozent höher als die amerikanischen.

Im vergangenen Jahr hatte Spanien seine traditionellen Konkurrenten Frankreich und Italien mit 47,4 Millionen Touristen erstmals überflügeln können; noch im Vorjahr hatten die ausländischen Touristen über zwölf Milliarden Dollar in spanischen Rassen gelassen.

"Der Wunsch, in die Sonne zu fahren, wird größer, je schlechter das Wetter hierzulande ist", kommentieren ausländische Branchenkenner den Touristenboom dieses Jahres, der selbst optimistische Prognosen aus dem Vorjahr übertrifft. Schon im ersten Vierteljahr 1987 war die Zahl ausländischer Besucher um 10,2 Prozent höher als im Vergleichszeitraum des Jahres zuvor.

Allen voran waren es Engländer und Deutsche, die sich sehr früh und mit Blick auf ein stabiles Sommerklima für eine Pauschalreise nach Spanien entschieden. Die Zuwächse kamen jedoch auch deswegen zustande, weil amerikanische Touristen auf die Iberische Halbinsel zurückkehrten, die noch im vergangenen Jahr nach den Terrorangriffen gegen die "Achille Laura" und den Rachedrohungen des libyschen Revolutionsführers Ghaddafi zu Hause geblieben waren.

Engländer, Deutsche und Amerikaner haben offensichtlich die Ba learen für sich neu entdeckt; denn das bisher eher vom Touristenboom verschonte Menorca wurde neben Ibiza zum attraktivsten Urlaubsziel der Balearen erkoren – der Flugverkehr auf Mallorca hat in diesem Urlaubsjahr noch einmal um 36,6 Prozent zugenommen.

Neben günstigen klimatischen Voraussetzungen sowie moderaten Preissteigerungen, die über fünf Prozent nicht hinausgingen, wird immer wieder Spaniens Hotelkapazität als eine Ursache für den nicht enden wollenden Touristenboom genannt: Mit über zwei Millionen Betten in Ferienwohnungen und Hotels liegt Spanien weit vor Portugal und Griechenland, das nicht einmal über die Bettenkapazität der Balearen-Insel Mallorca verfügt.